Verband Haus & Grund erhöht Jahresbeitrag um 25 Prozent
Überschuss reicht nicht aus

Dr. Ulrike Kirchhoff. Bild: gf

Seit 15 Jahren hält der Verband Haus & Grund seinen Mitgliedsbeitrag mit 28 Euro stabil. Ab 2016 werden es 35 Euro sein, denn die Heizung in der Geschäftsstelle wird wohl nur den nächsten Winter überleben. Und auch das Büro bedarf einer neuen technischen Ausstattung.

Amberg. (gfr) Bei der Jahreshauptversammlung teilte Vorsitzender Michael Schüll mit, dass sich seit seinem Amtsantritt vor einem Jahr Ein- und Austritte die Waage halten. Der Mitgliederstand liegt bei knapp 800. Der Verein müsse weiter daran arbeiten, sich besser in der Öffentlichkeit darzustellen. Haus & Grund bietet Rechtsberatung an und steht bei Fragen zur Vermietung zur Verfügung. Auch eine Steuerberatung sei in Zukunft vorstellbar, sagte Schüll.

Der erwirtschaftete Überschuss von fast 4000 Euro werde kaum ausreichen, um die dringend notwendige Erneuerung der Heizung bezahlen zu können, denn die Angebote reichen bis 8000 Euro. Einnahmen von 25 000 Euro stünden Ausgaben von 21 000 Euro gegenüber, wobei Auslagen für die Mitgliederzeitung und Abgaben für den Hauptverband mit fast 13 000 Euro zu Buche schlagen.

Sieben Euro pro Jahr


Heftig diskutiert wurde die von Michael Schüll angestoßene Beitragserhöhung von 28 auf 35 Euro. Haus & Grund Amberg liege damit immer noch weit unter dem bayerischen Durchschnitt. 25 Prozent Erhöhung sei zu viel, lautete ein Gegenargument, zudem seien die Abgaben an den Dachverband zu hoch. Die Beitragserhöhung fand eine große Mehrheit und stieß auf nur fünf Gegenstimmen (eine Enthaltung). Die einmalige Aufnahmegebühr beträgt künftig 25 Euro (bisher 22 Euro).

Dr. Ulrike Kirchhoff, Volkswirtin und Vorsitzende von Haus & Grund Bayern, dem Landesverband Bayerischer Haus-, Wohnungs- und Grundbesitzer, referierte über die steigende Zahl an Wohnungseinbrüchen. Die Aufklärungsquote liege bei knapp 16 Prozent. Die Polizeidienststellen im Freistaat hätten 2013 etwa 6400 Einbrüche aufgenommen, 2014 seien es schon über 8200 gewesen. Während in Bayern pro 100 000 Einwohner 65 Einbrüche registriert werden, erhöhe sich die Anzahl bundesweit auf 186. Damit könne Bayern als sicheres Land bezeichnet werden.

Seit November Melderecht


Zum seit 1. November dieses Jahres geltenden Melderecht meinte Dr. Ulrike Kirchhoff, dass der Vermieter verpflichtet sei, seinem Mieter zu bestätigen, wer Wohnungsgeber (Name, Anschrift) ist, wer in die Wohnung eingezogen ist und zu welchem Zeitpunkt. Auf die Frage, ob ein Vermieter den Personalausweis seines künftigen Mieters kopieren darf, antwortete die Expertin, dass ein Duplikat nicht erzwungen werden kann. Aber wenn der Mieter sich weigere, den Ausweis vorzulegen, dann werde er sicher seine Gründe dafür haben, die er dem Vermieter nicht offenbaren wolle. Eindringlich warnte Dr. Ulrike Kirchhoff vor einer unrichtigen Gefälligkeitsbescheinigung, denn die könne mit einem Bußgeld bis zu 50 000 Euro geahndet werden.

Rückerstattung möglich


Für einiges Staunen sorgte Kirchhoffs Hinweis, dass einem Mieter unter gewissen Voraussetzungen ein Widerrufsrecht beim Mietvertrag zusteht. Dieses könne sogar dazu führen, dass der über ein Jahr gezahlte Mietzins zurückzuerstatten ist. Über Versicherungsfragen rund um das Wohneigentum informierte Erich Sedlmeyer, Direktionsbeauftragter der Hausbesitzer-Versicherung.
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