Volksbank-Raiffeisenbank bleibt mit Filialen in der Fläche präsent
"Vertrauen hat mit Nähe zu tun"

Die Vorstände Andreas Reindl (links) und Dieter Paintner (rechts) freuten sich, dass die Vertreterversammlung Rechtsanwalt Johann Niebler (Zweiter von links) als Vorsitzenden und Unternehmer Georg Wittmann (Dritter von links) als Mitglied des Aufsichtsrats wiedergewählt hat. Bild: Steinbacher

Über 1000 neue Kunden allein im vergangenen Jahr: Darüber freut sich die Volksbank-Raiffeisenbank Amberg eG, die für diesen stattlichen Zuwachs auch ihre "flächendeckende Präsenz" verantwortlich macht. Rund 31 500 Kunden zählt die Genossenschaft jetzt und über 8200 Mitglieder.

"Die Bankfiliale droht zur Rarität zu werden. Diese Aussage trifft zumindest für Kunden anderer Banken um uns herum zu", sagte Vorstand Dieter Paintner am Donnerstagabend bei der Vertreterversammlung im Musikomm. Er betonte, dass auch sein Institut alle zeitgemäßen, sprich digitalen Vertriebskanäle nutzt, aber mit den Geschäftsstellen "weiterhin unersetzbare Nähe zu den Kunden gewährleisten" will.

Flächenpräsenz soll bleiben


"Wir sind überzeugt, dass Vertrauen auch etwas mit Nähe zu tun hat, denn sie setzt die Energie für eine intakte Beziehung zwischen Kunde und Bank frei", unterstrich Paintner mit der Zusage, "so lange es nur geht, alles dafür zu tun, die Präsenz in der Fläche weiter aufrechtzuerhalten".

Von einem "Wertemodell" der Genossenschaftsbank, das von jeher auf den Prinzipien Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung basiere, sprach auch Aufsichtsratsvorsitzender Johann Niebler. Gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Veränderungen und Schwierigkeiten im Finanzgeschäft sah er darin ein "nachhaltiges, krisenfestes und zukunftssicheres Geschäftsmodell", was sich mit dem guten Ergebnis von 2015 erneut bestätige.

In den wichtigsten Details stellte Dieter Paintner das bereits im Frühjahr präsentierte Resultat (AZ berichtete) den rund 60 anwesenden Mitgliedervertretern vor. Er hob neben der um 19,3 Millionen auf 737,1 Millionen Euro gesteigerten Bilanzsumme auch die "erheblich gestärkte Eigenkapitalbasis" hervor, die sich mit einer Kernkapitalquote von rund 16,8 und einer Eigenmittelquote von 20,5 Prozent definiere (insgesamt 75,4 Millionen Euro haftendes Eigenkapital). Der Bilanzgewinn betrug laut Paintner knapp 665 200 Euro, was auch die Ausschüttung einer Dividende von 3,5 Prozent möglich machte. Unterm Strich hat sich das bereinigte Gesamtergebnis dennoch um 234 000 Euro auf gut 5,8 Millionen Euro verringert.

Zinsen wohl weiter niedrig


Obwohl sich 2016 geschäftlich gut angelassen hat, rechnet der Vorstand vor dem Hintergrund wohl auch in den Folgejahren weiter niedriger Zinsen mit rückläufigen Ergebnissen. Paintner: "Wir planen trotz des vorhandenen Wettbewerbdrucks mit einem moderaten Wachstum im Einlagenbereich, während wir im Kreditgeschäft die deutlichen Wachstumserfolge der vergangenen Jahre weiter ausbauen wollen. Nach unserer gegenwärtigen Einschätzung wird der Geschäftserfolg voraussichtlich in den nächsten fünf Jahren ausreichend sein, um unser Eigenkapital und damit auch unsere Risikotragfähigkeit künftig zu stärken." (Hintergrund)

Fusion "emotional begleitet" geplatzt

Amberg. (ath) Die gescheiterte Fusion mit der Volksbank Nordoberpfalz war Ambergs VR-Bank-Vorstand Dieter Paintner bei der Vertreterversammlung noch einmal eine Erläuterung wert. Die vor rund einem Jahr "mit sehr viel Optimismus und Engagement" begonnenen Gespräche mündeten nach seinen Worten "leider ziemlich bald in einer Sackgasse". Laut Paintner konnte vor allem zu den Themen der künftigen strategischen Ausrichtung bis hin zur Gremienbesetzung und der Frage, wo der Hauptsitz liegen soll, keine einvernehmliche Lösung gefunden werden.

"Unverkennbar für uns war aber auch, dass unsere Fusionsabsicht von einigen Seiten sehr emotional begleitet wurde", bedauerte Paintner, "so fanden wir bedauerlicher Weise auf unserem Weg zu einer schlagkräftigen Bank nicht immer nur die von uns gewünschten Unterstützer." Nach intensiven Gesprächen in den Gremien beider Häuser, aber auch häufig mit Kunden, Mitgliedern und Mitarbeitern hätte man sich im Herbst 2015 für den Abbruch der Gespräche entschieden. Das heiße aber nicht, sofern es sich anbiete, dass sich die VR-Bank "insbesondere dem Eingehen von Zusammenschlüssen auf Landkreisebene verwehre - ganz im Gegenteil, diese sind und bleiben nach unserer Auffassung für die Beteiligten die beste Option". Paintners Schlusswort dazu: "Mal sehen, was die Zukunft für uns bereithält."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.