Warnstreik bei Grammer in Amberg
Verhärtete Fronten

Knapp 600 Beschäftigte zogen am Montag vor die Tore bei Grammer in Haselmühl. Bild: Hartl

Die Zeichen stehen auf Sturm: Knapp 600 Beschäftigte legten am Montag bei Grammer in Amberg die Arbeit für eine Stunde nieder. Im Tarifstreit will die IG Metall den Druck deutlich erhöhen.

Amberg/München. (ll/dpa) Im Tarifkonflikt der bayerischen Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall ihre Warnstreiks am Montag fortgesetzt. In mehr als 20 Betrieben waren Beschäftigte zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, darunter beim Autozulieferer Grammer in Amberg, bei Osram in Regensburg, bei Airbus in Manching und beim Getriebe-Spezialisten Renk in Augsburg. Bis zum Nachmittag waren nach Gewerkschaftsangaben rund 4200 Beschäftigte zeitweise im Ausstand, weitere Teilnehmer wurden bei den Spätschichten in den Nachmittags- und Abendstunden erwartet.

Missachtung der Beschäftigten spricht für Horst Ott, den 1. Bevollmächtigten der IG Metall in Amberg, aus dem Angebot der Arbeitgeber zur dritten Runde der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie. Man wisse aber, wie man darauf zu reagieren habe.

"Dann musst du dir den Respekt holen, den sie dir versagen", rief er am Montag den knapp 600 Teilnehmern am gut einstündigen Warnstreik vor den Toren des Grammer-Standorts Haselmühl zu. Die Gewerkschaft werde deshalb bis zum 12. Mai nur zwei Warnstreikwellen durchziehen, "nicht mehr". Danach gelte: "Entweder es kommt ein Angebot, über das man reden kann, oder wir rufen in den Pfingstferien flächendeckend in ganz Deutschland 24-Stunden-Streiks aus." Nach den bisherigen Erfahrungen schrecke die IG Metall nicht mehr davor zurück, erstmals seit Jahrzehnten wieder wirtschaftlichen Schaden in den Betrieben zu verursachen. Bereits für heute hat die Gewerkschaft in Bayern Beschäftigte in mehr als 100 Betrieben zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, Zehntausende dürften sich daran beteiligen. Schwerpunkte sind die Regionen Nürnberg und Schweinfurt.

"Am Mittwoch werden wir dann die Beteiligung nochmals steigern", erklärte Bayerns IG-Metall-Bezirkschef Jürgen Wechsler am Montag in München. Die IG Metall verlangt fünf Prozent mehr Geld für die gut 800 000 Beschäftigten der Branche in Bayern. Die Arbeitgeber haben bei zwei Jahren Laufzeit stufenweise 2,1 Prozent sowie eine Einmalzahlung angeboten.

Nach einer weiteren Warnstreikwelle in der kommenden Woche dürften die Verhandlungen etwa Ende kommender Woche fortgesetzt werden, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Ein genaues Datum stand aber zunächst nicht fest.
Dann musst du dir den Respekt holen, den sie dir versagen.Horst Ott, 1. Bevollmächtigter der IG Metall in Amberg
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