Wohnungsunternehmeninvestiert 13 Millionen
Alternative Wohnformen fürs Alter

Architekt Heinrich Benker (Vierter von links) erläuterte, was auf dem Areal des bisherigen Möbelhauses Ostler entstehen soll: Ein Senioren-Dienstleistungszentrum, realisiert vom Wohnungsunternehmen. Bild: Hartl

Tagespflege, ambulantes Wohnen, ambulant betreute Wohngemeinschaften: Zum klassischen Seniorenheim mit vollstationärer Pflege gibt es längst Alternativen. Das Wohnungsunternehmen will diese nun auch in Amberg realisieren. Es investiert rund 13 Millionen Euro: in ein Senioren-Dienstleistungszentrum.

Die Investition des Wohnungsunternehmens, bei dem die Schwesternschaft Wallmenichhaus als Anbieterin umfassender Betreuungs- und Pflegedienstleistungen mit im Boot ist, bezeichnete Geschäftsführer Dieter Gerl als "Antwort auf den voranschreitenden demografischen Wandel". Denn der Anteil der bedürftigen Menschen mit besonderem Pflegebedarf oder Demenz werde auch in Amberg weiterhin deutlich steigen. Dies bestätigten Brigitte Wedemeyer, Vorsitzende der Schwesternschaft, und Tatjana Richter, die das Clementine-von-Wallmenich-Haus am Haager Weg leitet. "In all unseren Einrichtungen haben wir eine Riesen-Warteliste", informierte Wedemeyer. Größtes Bedürfnis der Menschen sei, selbstbestimmt zu leben, gerade auch im Alter.

Sehr großer Bedarf


Selbst wenn dieses Senioren-Dienstleistungszentrum einmal fertiggestellt und belegt ist, werde es immer noch nicht den in Amberg vorhandenen Bedarf befriedigen, so ihre Einschätzung. Architekt Heinrich Benker sprach davon, dass sich auf dem Areal an der Brentanostraße, auf dem sich jetzt Möbel Ostler befindet, die bebaute Fläche von nahezu 100 Prozent auf rund 40 bis 50 Prozent senken wird. "Die Anlage ist für die Nachbarn an der Brentanostraße wesentlich angenehmer", führte er aus. Das gelte insbesondere auch für den Schallschutz. "Ein Möbelhaus hatte eben einen anderen Anlieferungsverkehr." Landschaftsarchitekt Manfred Neidl führte aus, dass eine Tiefgarage realisiert werden soll, "um das ganze Blech möglichst unter der Erde zu verstecken". Diese sei gut und nützlich, koste aber Geld.

Oberbürgermeister Michael Cerny lobte das Projekt. Für die Hilfeleistungen müsse es mehr Alternativen geben als die Wahl zwischen "daheim bleiben oder ins Altenheim gehen". Die große Herausforderung seien passgenaue Angebote. Das Projekt Senioren-Dienstleistungszentrum muss nun eine erste Hürde nehmen: Der Entwurf wird morgen dem Ferienausschuss des Stadtrats zur Beschlussfassung festgelegt.

Baubeginn könnte laut Wohnungsunternehmen-Geschäftsführer Gerl im Frühjahr nächsten Jahres sein. Im Herbst 2018 könnte ein erster Abschnitt fertig sein, ein- bis eineinhalb Jahre später der zweite. "Vom Bedarf her bräuchten wir es schon morgen", sagte Brigitte Wedemeyer mit einem tiefen Seufzer. (Angemerkt)

Früheres MöbelhausRealisiert werden soll das Senioren-Dienstleistungszentrum, ein Projekt des Wohnungsunternehmens, auf einem rund 5200 Quadratmeter großen Grundstück an der Brentanostraße. Geschäftsführender Vorstand Dieter Gerl verweist besonders auf die unmittelbare Nähe zum Clementine-von-Wallmenich-Haus der Schwesternschaft Wallmenichhaus vom BRK.

Diese verfügt schon über eigene Einrichtungen zur ambulanten, teilstationären und stationären Versorgung pflegebedürftiger Menschen, könnte aber dadurch ihr Angebot erweitern: um betreutes Wohnen mit 24-Stunden-Versorgung, Tagespflege und ambulant betreute Wohngemeinschaften. Auf dem für das Senioren-Dienstleistungszentrum ins Auge gefasste Gelände an der Brentanostraße befindet sich momentan noch Möbel Ostler.

Nach Informationen unserer Zeitung zieht die Firma ins ehemalige Gürtler-Möbelhaus an der Schlachthausstraße. (san)
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