Zehn Prozent mehr freie Stellen
Fachkräfte teilweise händeringend gesucht

Ein Bild mit Symbolcharakter: Die Arbeitsagentur meldet mehr freie Stellen als 2015. Bild: Steinbacher

Dieses Plus ist genaugenommen ein kleines Minus: Aus dem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht geht hervor, dass die Arbeitslosenquote von März auf April von 4,4 auf 4,0 Prozent gesunken ist. Vor einem Jahr aber lag dieser statistische Wert bei 3,9 - Mitte April waren im Amberger Agenturbezirk 2250 Frauen und Männer gemeldet, das sind 220 weniger als vor einem Monat, aber 70 mehr als von einem Jahr.

Die beste Nachricht steht in dem Zahlenwerk etwas weiter hinten: In den vergangenen vier Wochen konnten 890 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 160 mehr als im März. Im Gegenzug meldeten sich - ähnlich wie im April des vergangenen Jahres - rund 670 Arbeitnehmer neu oder erneut arbeitslos.

"Die positive Entwicklung auf dem regionalen Arbeitsmarkt der Agenturgeschäftsstelle Amberg hat sich fortgesetzt. Insbesondere saisonabhängige Betriebe nahmen aufgrund der milden Witterung die Außenarbeiten frühzeitig auf und holten Arbeitskräfte zurück", lautet der Kommentar von Franz Elsner, dem Leiter der Amberger Geschäftsstelle. Im übrigen gewerblichen Bereich würden qualifizierte und leistungsfähige Facharbeiter weiterhin händeringend gesucht. Wie in den Vormonaten bestünden vor allem für Fachkräfte mit Berufserfahrung in den Metall- und Elektrobereichen sehr gute Beschäftigungschancen. Elsner weiter: "Ferner sind Stellen am Bau und Baunebengewerbe sehr schwierig zu besetzen. Hier besteht Bedarf an Malern, Elektrikern und Zimmerleuten." Gesucht seien zudem Physiotherapeuten, Pflegekräfte sowie medizinische- und zahnmedizinische Fachangestellte.

Auf die Frage, wie der Fachkräftemangel entschärft werden kann, hat der Experte eine Antwort: "Zur mittelfristigen Beseitigung wird aktuell auch verstärkt auf das arbeitsmarktpolitische Instrument der beruflichen Weiterbildung gesetzt." Ziel sei es, insbesondere "den Personenkreis ohne oder mit einem nicht mehr verwertbaren Berufsabschluss" für den Arbeitsmarkt der Zukunft fit zu machen. Hierzu gehören laut Franz Elsner in erster Linie Flüchtlinge mit entsprechender Perspektive und ausreichenden Sprachkenntnissen.

Zur Abrundung der Statistik: Betriebe meldeten von Januar bis April 790 freie sozialversicherungspflichtige Stellen: Das sind laut Bericht 70 mehr als vor zwölf Monaten.
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