Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft gibt Handlungsempfehlungen im Umgang mit „Big Data“
„Herzstück des digitalen Wandels“

Maximilian Kissel vom Münchener Start-Up Soley zeigte, welche Vorteile Big Data für Unternehmen haben können. Bild: Steinbacher

Die Digitalisierung ist das Leitthema des Zukunftsrats der Bayerischen Wirtschaft. Er will in einem digitalen Zukunftsentwurf zeigen, welche Bedingungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik nötig sind, um Innovationen zu fördern und in Wertschöpfung am Standort umzusetzen. Schwerpunkt ist der Bereich "Big Data". Dabei geht es um die Nutzung von Datenmengen, die für normale Auswertungsmethoden zu groß oder zu komplex sind oder sich zu schnell ändern.

Bei "Was Bayern morgen braucht: Zukunft digital - Big Data" im Amberger Congress-Centrum stellten Experten des Zukunftsrats ihre Empfehlungen vor. "Big Data ist das Herzstück des digitalen Wandels. Wir in Bayern können uns nicht erlauben, bei Big Data ins Hintertreffen zu geraten. Deshalb müssen wir gemeinsam umsetzen, was Bayern morgen braucht", sagte Dirk Pollert, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Vereinigung bayerischer Wirtschaft (VBW).

Maximilian Kissel, Executive Director des Unternehmens Soley, erläuterte, wie Firmen Big Data nutzen können. Soley entwickelt und vermarktet Analytics Software, die Entscheidungsprozesse im Bereich Engineering verbessert. "Ein Beispiel: Die Firma Festo braucht für ein Produkt über 100 Rohkabel. Diese Menge wollten sie reduzieren. Dazu muss man unter anderem erst rausfinden, in welchen Teilen die Kabel verbaut sind oder ob man die ersetzen kann. Das wäre extrem aufwendig."

Große Zeitersparnis


Effiziente Änderungen benötigten häufig aufwendige und zeitintensive Prozeduren, um Auswirkungen früh zu klären. Die Auswertung der nötigen Daten, wie Stücklisten, Verwendungsnachweise oder Stückzahlen sind aufwendig. Die Big-Data-Software der Firma Soley automatisierte die Schritte von der Datenaufbereitung zu Visualisierungen.

Schnellere Prozesse


Sie führte Daten im Programm zusammen, baute ein Experten-Regelwerk zur Klassifizierung auf und visualisierte die Ergebnisse, damit sie später einfach weiterverarbeitet werden können. "Durch den einmaligen Zeitaufwand von acht Tagen entstanden ein automatisierter, wiederholbarer Experten-Workflow und eine angepasste Auswertung, die den Prozess beschleunigt", sagte Kissel.

"Die Bedeutung von Big Data wächst stetig, denn es steigert Effizienz und ist die Keimzelle zahlreicher Investitionen", sagte Pollert. Deshalb habe der Zukunftsrat eine Studie zu Big Data in Auftrag gegeben und anhand derer Handlungsempfehlungen ausgesprochen.

Zukunftsrat empfiehltBig-Data-Strategie entwickeln

Ethische Fragen diskutieren

Eigene Datenstrategie für jedes Unternehmen

Datenspezifisches Wissen verbreitern

Vertrauen in fairen Umgang mit Daten schaffen

Forschungsstandort Bayern an internationale Spitze bringen

Weiterentwicklung von Technologien fördern

Fachkräfte sichern

Open Data umsetzen

Gesellschaftliche Folgen beobachten und gestalten

Datenschutz modernisieren

Datenverwertung vertraglich gestalten

Datensicherheit in den Mittelpunkt stellen (tsa)
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