Ammerthaler Pfarrer Klaus Haußmann stellt im Rathaus seine Gemälde aus
Das Rätsel von Freud und Leid

Ein Beispiel aus dem Schaffen von Pfarrer Klaus Haußmann: das Bild mit dem Titel Freunde, ein Werk in Acryltechnik auf Karton.
Kultur
Ammerthal
20.02.2016
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Hätte sich der junge Gymnasiast Klaus Haußmann seinen ursprünglichen Berufswunsch erfüllt, wäre er jetzt nicht Pfarrer von Ammerthal, sondern Kunsterzieher oder Freiberufler. Auch als Priester blieb ihm die Freude an der bildenden Kunst erhalten.

Im Rathaus zeigt der Geistliche nun acht Wochen lang Beispiele für seine Leidenschaft als gegenständlicher Maler. Kurz vor dem Abitur hatte Haußmann von seinem Plan abgelassen, Malerei zu studieren und war zur Theologie gewechselt. Seine Beschäftigung mit Philosophie, Theologie und Zeitgeschichte, insbesondere aber die Erfahrungen als Seelsorger inspirierten den Pfarrer von Ammerthal derart, dass ihn 2010 das Malfieber wieder packte und ihm die Ideen für neue Motive geradezu zufliegen.

Acryltechnik auf Karton


Im Rathaus präsentiert er, in Nachbarschaft zu Werken der naiven Malerin Wilhelmine Müller, 30 Bilder, die in den letzten fünf Jahren in Acryltechnik auf Karton entstanden sind. Den Arbeiten liegt Symbolismus zugrunde, Bilder, die hinter ihrer Oberfläche mehr bedeuten, die das Drama des Menschen auf Erden hinterfragen und versuchen, die Rätsel von Freud und Leid zu ergründen.

"In symbolische Bilder muss man hineinsehen, in ihnen verweilen, versuchen, den Gedanken des Malers nachzugehen", sagte Haußmann bei der Vernissage. Oder man bleibe in der Kategorie Facebook: "Gefällt mir - gefällt mir nicht." Haußmann ermunterte die Besucher, in einer ruhigen Stunde noch einmal zu kommen und mit ihm über die Arbeiten zu reden. Auch Sonderführungen und -öffnungszeiten sind nach Vereinbarung möglich.

Wer die Bilderausstellung besucht, wird auch auf bemerkenswerte Objekte in Vitrinen stoßen, da Haußmann neben der Malerei auch die Keramik sehr schätzt und seit 25 Jahren sammelt. Für einen kleinen Querschnitt aus seinem großen Fundus hat Haußmann Designergeschirr aus der Zeit des Jugendstils und von Art déco zwischen 1900 und 1930 ausgewählt, der Zeit des Aufbruchs in die Moderne. Viele Maler und Bildhauer erwarfen laut Haußmann Keramikarbeiten. In der Ausstellung sind mindestens zwei Persönlichkeiten vertreten, die weltberühmt wurden, nämlich Siegfried Möller und Eva Zeisel. Beide waren am Anfang ihrer Karriere in Hirschau tätig.

Freude über regen Besuch


Hausherrin Alexandra Sitter galt der Dank Haußmanns für die Bereitstellung der Räume. Die Bürgermeisterin freute sich ihrerseits in ihrer kurzweiligen Rede zum Thema Vernissagen und deren Besonderheiten über den regen Besuch. Nebenbei bemerkte sie mit Freude, dass Haußmann auch Bilder für den aktuellen Gemeindekalender zur Verfügung gestellt hat.
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