"Abstieg noch in den Köpfen"

"Unbekümmertheit und Lockerheit fehlen noch", hat Thomas Adler festgestellt. Der neue Trainer der DJK Ammerthal hätte gerne mehr Zeit gehabt, um seine Spieler psychologisch wieder aufzurichten. Bild: ref
Lokales
Ammerthal
16.07.2015
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Viele Mitkonkurrenten zählen die DJK Ammerthal in der Landesliga zu den Titelkandidaten. Trainer Thomas Adler nicht. Er warnt sogar vor dem freien Fall.

"Der Abstieg aus der Bayernliga ist noch immer in den Köpfen meiner Spieler. Die Unbekümmertheit und Lockerheit fehlen noch", sagt Thomas Adler (50), der neue Trainer der DJK Ammerthal, vor dem Start in der Fußball-Landesliga Mitte. Die beginnt für Ammerthal am Sonntag, 19. Juli, um 15 Uhr zu Hause gegen den 1. FC Bad Kötzting.

Herr Adler, wie beurteilen Sie die Vorbereitung? Waren es mehr Höhen oder Tiefen, die Ihre Mannschaft gezeigt hat?

Adler: Ganz klar, es waren mehr Tiefen. Somit kann ich mit der Vorbereitung nicht zufrieden sein. Aber das war auch nicht anders zu erwarten. Der Bayernliga-Abstieg muss erst einmal verdaut werden. Und das geht nicht von heute auf morgen.

Hätten Sie sich dann als neuer Trainer mehr Eingewöhnungszeit mit dem Team gewünscht?

Adler: Ja, eindeutig. Im Endeffekt waren es nur zwei Wochen, denn ab der dritten begannen ja schon die Testspiele. Ich hätte gerne mehr Zeit gehabt, die Spieler besser kennenzulernen und sie noch mehr psychologisch aufzurichten.

Am Sonntag kommt mit dem 1. FC Bad Kötzting eine Mannschaft, die das gleiche Schicksal mit der DJK teilt. Schon eine richtungsweisende Partie?

Adler: Nein, sicherlich nicht. Ein Erfolgserlebnis zu Beginn wäre natürlich super. Aber für mich ist entscheidend, dass meine Jungs eine ordentliche Partie spielen. Was dann als Ergebnis herauskommt, wird man sehen. Wichtig ist, dass wir dem Gegner wenige Chancen geben und in der Defensive gut stehen.

Mit fünf Spielen binnen zwei englischen Wochen kommt es gleich ziemlich dicke - ein Vorteil, dass man im Falle einer Niederlage gegen Bad Kötzting nicht lange darüber nachdenken kann?

Adler: Die ersten beiden Wochen sind in der Tat richtig anstrengend. Ich glaube schon, dass wir richtig gutes Potenzial haben, diese Phase positiv zu überstehen. Wir müssen es nur vollkommen ausschöpfen. Auch wenn unser Kader aufgrund Verletzungen und Sperren ziemlich ausgedünnt ist.

Wer fehlt Ihnen denn alles?

Adler: Manuel Hiemer ist noch eine Partie gesperrt, Johannes Badura zwei. Zudem sind unter anderem Michael Jonczy, Nico Becker oder Orhan Akgül angeschlagen, erkrankt oder verletzt. Aber, wie gesagt, wir haben das Niveau, wenngleich wir noch einige Arbeit vor uns haben.

Etliche Landesliga-Teams schreiben der DJK Ammerthal die Favoritenrolle zu. Teilen Sie diese Einschätzung?

Adler: Ganz und gar nicht: Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Bayernliga-Absteiger in der Landesliga enorme Schwierigkeiten haben und nochmals gegen den Abstieg kämpfen. Wir wollen den freien Fall verhindern und ordentlich in die Saison kommen.

Revidieren Sie aus genannten Gründen ihr Saisonziel, "vorne mit zu spielen"?

Adler: Unser Ziel ist nach wie vor, so schnell wie möglich die 40 Punkte zu erreichen. Dann sehen wir weiter. Wenn wir die schwierige Anfangsphase halbwegs überstehen, ist dieses Unterfangen durchaus realistisch.
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