Ammerthal wie ausgewechselt

Jubel ohne Grenzen: Patrick Stauber (rechts) umarmt den Torschützen zum 1:1- Ausgleich, Nico Becker (links). Der setzte nur acht Minuten nach seinem ersten Treffer mit dem 2:1 noch einen drauf und ebnete der DJK Ammerthal den Weg zum erhofften Dreier. Bild: ref
Lokales
Ammerthal
09.03.2015
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45 Minuten lang sehen die Zuschauer ein schlechtes Fußballspiel, in dem der Tabellenletzte TSV Neudrossenfeld mit 1:0 in Führung geht. In Hälfte zwei ein völlig anderes Bild.

Das richtungsweisende Kellerduell in der Bayernliga Nord zwischen der DJK Ammerthal und dem TSV Neudrossenfeld entschied die Elf von Markus Mühling aufgrund einer bärenstarken zweiten Hälfte verdient mit 3:1 für sich.

Extrem nervös

Abstiegskampf pur war angesagt bei für die Jahreszeit besten äußeren Bedingungen. Der DJK merkte man vom Anstoß weg aufgrund der unbefriedigenden Vorbereitung die Nervosität förmlich an. Es gelang über weite Strecken wenig, die Partie war zumindest im ersten Durchgang komplett zerfahren. Beide Mannschaften brachten wenig Konstruktives zustande. Neudrossenfeld wirkte dennoch etwas giftiger und entschlossener in den Zweikämpfen.

Ein Freistoß

Aus dem Spiel heraus glückte den Gästen über die gesamten 90 Minute relativ wenig, es waren am Ende die Standards, die immer wieder für Gefahr vor dem Ammerthaler Gehäuse sorgten. Ein Freistoß war es auch, den Neudrossenfeld zur Führung bereits in der 6. Minute nutzte: Ertac Tonka überlistete dabei DJK-Keeper Kevin Schmidt, der dabei keine gute Figur abgab. Ammerthal fand weiterhin nicht ins Spiel, gegen einen bissigen Gegner, der sich nach Worten von Trainer Detlev Hugel viel vorgenommen hatte. "Wir haben im ersten Durchgang so gut wie nichts zugelassen. Der erste Ball auf das Tor sorgte auch gleich für unsere Führung, ansonsten war relativ weg los vor beiden Toren. Nach dem Ausgleich hat Ammerthal enormen Auftrieb bekommen."

Ammerthal hatte erst in der 22. Minute eine dicke Möglichkeit durch Lukas Papadopoulos, der haarscharf am langen Posten vorbei zielte. Eine gefährlicher Kopfball von Michal Pospisil, den Gästetorwart Tobias Grüner glänzend abwehrte, war noch die einzige nennenswerte Aktion einer wenig berauschenden Ammerthaler Mannschaftsleistung vor dem Seitenwechsel.

Ein völlig anderes Bild bot sich den zahlreichen Zuschauern im zweiten Durchgang. Wie ausgewechselt bot die Mühling-Elf eine geradezu erstklassige Leistung, war nun eindeutig die tonangebende Mannschaft auf dem Feld. Nach einem mustergültigen Anspiel von Michal Pospisil markierte Nico Becker in der 53. Minute mit einem langen Heber den Ausgleich. Ammerthal blieb am Drücker und ging in der 61. Minute wiederum durch Becker mit 2:1 in Führung, Ausgangspunkt war der eingewechselte Manuel Hiemer im Verbund mit Michael Jonczy. Der hatte mit einem fulminanten Knaller ans Lattenkreuz Pech (67.).

Jonczy trifft

Ammerthal steigerte sich weiter und ließ kaum noch eine erwähnenswerte Aktion der Gäste zu. Die Defensive stand wie eine Wand, nach vorne blieb Ammerthal weiter brandgefährlich. Die viel umjubelte Entscheidung durch Michael Jonczy folgte nach einem genialem Anspiel von Manuel Hiemer in der 82. Minute.

Der Sieg war nach einer unglaublichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit nach Worten von Markus Mühling mehr als verdient: "Aufgrund der schlechten Ergebnisse in der Vorbereitung hat die Mannschaft die richtige Antwort gegeben, darauf können wir aufbauen. Für unsere zweifachen Torschützen Nico Becker freut es mich am meisten, er hat sich für seinen hohen Aufwand belohnt".
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