Ammerthaler helfen Flüchtlingen

Der Hilfskreis für Asylbewerber traf sich zu seiner ersten Zusammenkunft im Ammerthaler Rathaus, um die Hilfe zu bündeln. Bild: e
Lokales
Ammerthal
21.01.2015
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Sie werden zum Zahnarzt gebracht, zum Deutschkurs, zum Einkaufen oder zur Krankengymnastik nach Amberg - die 16 Flüchtlinge aus Syrien, die in Ammerthal dezentral untergebracht sind, haben das Glück auf hilfsbereite Ammerthaler zu treffen.

Die siebenköpfige Familie und die neun Männer aus dem Kriegsland Syrien sind seit November in Ammerthal. Deren Betreuung nimmt viel Zeit in Anspruch und auch Geduld. "Mit der deutschen Pünktlichkeit und Sprache gibt es noch einige Probleme", berichtete Andrea Weigl, in deren Haus seit 6. November die Flüchtlinge untergebracht sind. Mittlerweile seien sie so gut wie möglich integriert - nicht zuletzt durch eine Welle der Solidarität. Die Gemeindeverwaltung gründete mit mehreren engagierten Bürgern den Hilfskreis für Asylbewerber, geworben dafür wurde im Gemeindeblatt. Dorle Wismeth war die Impulsgeberin. Sie setzte sich zum Ziel, die Ammerthaler Asylbewerber so gut wie möglich zu integrieren. Prompt meldeten sich rund 20 Bürger, um dem Hilfskreis beizutreten. Sie bündelten ihre Kräfte und leisteten aktive Integrationshilfe. Bürgermeisterin Alexandra Sitter-Czarnec hieß den Arbeitskreis nun zum ersten Mal im Rathaus willkommen. Sie schilderte die Anfänge: von der Kleidersammlung, von der Fahrradaktion für die Flüchtlinge, um die Mobilität zu erhöhen, bis zur tatkräftigen Mithilfe der Ammerthaler Bürger.

Als Flüchtling anerkannt

Primär würden die Asylbewerber durch die beiden Mitarbeiterinnen im Rathaus, Michaela Thaler und Sophie Ibler, koordiniert sowie bei anstehenden Behördengängen nach Amberg durch das Vermieterehepaar Weigl gefahren.

Einer der jungen Männer hat bereits seine Anerkennung als Flüchtling erhalten. "Ein Glücksfall ist", berichtete die Bürgermeisterin bei der ersten Sitzung des Arbeitskreises, "dass der in Ammerthal lebende und gebürtige Syrer Dr. Hami Al-Kabbani deren Landessprache spricht und deshalb als Dolmetscher hinzugezogen werden kann. Gemeinsames Fußballtraining mit der Kirwagemeinschaft oder Deutschunterricht mit Horst Erbelding - die Koordination durch den Arbeitskreis ist vielschichtig. Hilfestellung geben die Mitglieder den Flüchtlingen auch bei Behördengängen oder bei ihren Bemühungen um Flüchtlingsanerkennung. Außerdem fördert der Arbeitskreis Wohnungssuche, Beschaffung von Mobiliar oder Patenschaften.

"Es kommt viel zurück"

"Es kommt viel zurück", weiß die Bürgermeisterin zu berichten und sie spricht von "zahlreichen Begegnungen" und "einem guten Verhältnis". Mittelfristig sollen im Ferienheim der katholischen Waisenhausstiftung etwa 40 unbegleitete Jugendliche und Kinder aus Syrien vorübergehend in Ammerthal ihr Domizil finden, informierte Alexandra Sitter-Czarnec.
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