An ein anspruchsvolles Programm herangewagt hat sich die Ammerthaler Konzertkapelle zum Jahresabschluss. Zugleich bildete der Auftritt in der Turnhalle den Auftakt für den neuen Dirigenten Joachim Götz, der seit Oktober die
Flamenco im Schneegestöber

Lokales
Ammerthal
29.12.2014
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musikalische Leitung des Ensembles inne hat.

(e) Die Konzertkapelle trat mit einer guten Gesamtleistung erstmals unter neuer Führung in einem größeren Rahmen an die Öffentlichkeit. Bis es so weit war, hatten die Musiker des 33-köpfigen Klangkörpers in den vergangenen drei Monaten hart zu üben. Das aber mit Erfolg, denn die viele Arbeit sah wie ein großer Spaß aus, die Konzertkapelle bot ein rundherum stimmiges musikalisches Jahresfinale.

Schwungvoller Auftakt

Bei der Blaskapelle scheint es auch um den Nachwuchs nicht schlecht bestellt zu sein. Unter der Leitung von Tommes Rute boten die 15 jungen Musiker einen schwungvollen Auftakt, der inspiriert war vom Flamenco-Festival La Caracola. Die Formation vermittelte dem Publikum, das am zweiten Weihnachtsfeiertag reichlich erschienen war, die Farbe und Energie dieser Musik. Obgleich draußen das herrschte, was man so gar nicht mit Flamenco verbindet, aber was zu Weihnachten alle haben wollten: Schneegestöber.

Zugabe: Muppet Show

"Can you feel the Love tonight" war das zweite Werk der Nachwuchskapelle. Sandra Haller, die für die verbindenden Texte zuständig war, hatte als Zugabe die Titelmelodie der Muppet Show in petto. Und für Tommes Rute gab's schließlich auch eine Auszeichnung: Der Nachwuchs-Leiter hat die C1-Prüfung mit sehr gutem Erfolg bestanden, er ist jetzt ausgebildeter Registerführer, darf als Satzprobenleiter wirken. Wenn man so will: die Vorstufe zum Dirigent.

Den allergrößten Teil des Abends bestritt aber die Konzertkapelle, die mit gewaltigen Pauken und Trompeten eröffnete. Das ist wörtlich zu nehmen: Diese Instrumente prägen den "Festlichen Auftakt" von Roland Kohler. Danach hieß es "Marscherleichterung", soll heißen: Jacken aus zum "Mars(ch) der Medici" des holländischen Marschkönigs Johan Wichers. Es folgte die Filmmusik zu "Backdraft", teils bombastisch, teils Action-geladen, was die Ammerthaler Konzertkapelle gut rüberbrachte. Ein ganz anderes Genre bedienten die Ammerthaler dann mit der Polka "Mit Herz und Schwung". Alle Register ziehen mussten die Musiker schließlich beim Pausenstück "Music was my first Love".

Zur schwarzamerikanischen Musik nach Chicago (Watermelon Man) und in die Welt der Spionage entführten die Musiker das Publikum, mit dem Titellied aus dem Bond-Streifen "Skyfall" hatten sie sich sicherlich an Großes gewagt. Die heimliche Tiroler (Marsch-)Landeshymne "Dem Land Tirol die Treue" hatte die Kapelle im Repertoire, mit "Zwei glorreiche Halunken" und "Spiel mir das Lied vom Tod" im Medley "Moment for Morricone" schickten die Musiker ihrer Zuhörer in den Wilden Westen.

Ohne Zugabe kam die Ammerthaler Blaskapelle natürlich nicht davon. Was könnte zum Jahresabschluss besser passen als der "Vater aller Märsche" - der Radetzky-Marsch?
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