Angst vor einer Klatsche

Ob Manuel Jank (Bild), der sich beim Spiel in Weiden eine Handverletzung zuzog, einsetzbar ist, entscheidet sich kurzfristig. Bild: Ziegler
Lokales
Ammerthal
17.10.2014
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Felix Magath hat schon für Viktoria Aschaffenburg gespielt, Bernd Hölzenbein und Werner Lorant waren dort Trainer. Denn die Unterfranken haben schon deutlich bessere Zeiten erlebt und wollen den "Betriebsunfall" Bayernliga möglichst schnell korrigieren.

Im letzten Spiel der Bayernliga Nord Hinrunde empfängt die DJK Ammerthal am Sonntag, 19. Oktober (15 Uhr) die Top-Mannschaft SV Viktoria Aschaffenburg. Eine Paarung, die es in der Vereinsgeschichte beider Clubs noch nie gegeben hat. Der prominente und traditionsreiche Gast vom bayerischen Untermain ist der erfolgreichste Fußballclub Unterfrankens.

Trotz der Zugehörigkeit zu Bayern gehörte der ehemalige ruhmreiche Verein bis einschließlich 2012 dem Hessischen Fußballverband an, erst danach erfolgte der Wechsel zum Bayerischen Fußballverband. Prompt musste der einstige Zweitligist (von 1985-1989) in der Regionalliga Bayern im Mai 2014 den bitteren Abstieg aus Bayerns höchster Amateurliga hinnehmen. Trotz des unbefriedigenden Absturzes ist der Klub wieder auf dem besten Weg, diesen Betriebsunfall zu korrigieren. Namhafte Trainer wie Bernd Hölzenbein, Werner Lorant, Rudi Bommer oder Andi Möller coachten die jeweiligen Mannschaften Viktorias in der Vergangenheit, Felix Magath spielte am Anfang seiner Karriere bei der Viktoria.

Ex-Profi meistert Umbruch

Derzeit verantwortlich für das Team ist Slobodan Komljenovic. Und der ist ebenfalls kein Unbekannter. Der Ex-Profi schnürte seine Stiefel zur aktiven Zeit unter anderem für Eintracht Frankfurter, MSV Duisburg und dem 1. FC Kaiserslautern, insgesamt brachte es der mittlerweile 43-jährige Übungsleiter auf 210 Bundesligaeinsätze. Komljenovic musste nach dem Abstieg einen Umbruch einleiten, hatte 14 Abgänge zu verkraften und musste ebenso viele Neuzugänge integrieren. Es scheint bisher prächtig zu funktionieren, der Absteiger musste erst zwei Niederlagen (Großbardorf und Forchheim jeweils 0:3) im laufenden Wettbewerb hinnehmen, präsentiert sich von Spiel zu Spiel immer stärken. Der Beweis ist bei einem Spiel Rückstand und gerade mal zwei Punkten weniger als Spitzenreiter SpVgg SV Weiden (33) aktuell der dritte Tabellenplatz.

Beste Offensive

Aschaffenburg besitzt das offensivstärkste Team, was die bisher 38 erzielten Tore auch unterstreichen. Verantwortlich dafür sind voran ihre torgefährlichen Angreifer Daniele Toch (8 Tore), Florian Pieper (7) sowie der Italiener Giulio Fiordellsi (7). Führt man sich das zuletzt in Weiden an den Tag gelegte schwache Defensivverhalten, beziehungsweise den gesamten Auftritt der DJK Ammerthal vor Augen, kann einem schon angst und bange vor einer erneuten saftigen Klatsche werden.

Gerade mal eine knappe halbe Stunde konnte man das Oberpfalzderby einigermaßen offen gestalten. Doch nach dem Rückstand brachen alle Dämme, kassierte nach einem desolaten Abwehrverhalten gegen die Stadler-Elf ("Bei uns war noch sehr viel Luft nach oben") praktisch ohne große Gegenwehr weitere normal leicht vermeidbare Gegentreffer.

"Reinhauen"

Ein Auftritt, den DJK-Trainer Markus Mühling mehr als nachdenklich stimmte: "Die Körpersprache in der zweiten Halbzeit hat mir überhaupt nicht gefallen. Jeder Einzelne sollte endlich begreifen, dass er sich für die Mannschaft von der ersten bis zur letzten Minute mit allen Mitteln reinhauen muss, sonst hat man definitiv keine Chance, egal wie der Gegner heißt."

Stärker als Weiden

Gegen Aschaffenburg wird es keine Spur einfacher ein weiteres Debakel zu verhindern. Mühling warnt ausdrücklich vor diesen für die DJK derzeitig wohl übermächtigen Gegner "Ich schätze die Viktoria offensiv sogar noch weitaus gefährlicher und stärker ein, als unsere letzten beiden Gegner. Man kann verlieren, die Frage ist natürlich immer: wie. Wir haben gegenüber unseren Fans einiges gut zu machen." In Anbetracht des vorletzten Tabellenplatzes ist die DJK eigentlich zum Dreier gezwungen. Ob Manuel Jank (erlitt in Weiden eine Handverletzung) einsetzbar ist, entscheidet sich kurzfristig. Alexander Bucher (fehlte zuletzt beruflich) kehrt in den Kader zurück, ansonsten ändert sich am Aufgebot der DJK gegenüber der letzten Partie nichts.

DJK Ammerthal: Schmidt (25), Schober (1); Jank (3), Leikam (4), Stauber (20) Götzl (16), Fromholzer (27), Jelinek (28), Wodniok (11), Richter (12), DeBiasi (10), Pospisil (29), Becker (7), Lämmermann (19), Haller (8), Maas (9), Kotzbauer (13), Siebert (17), Bucher (18).
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