Aufregung um Schulsportplatz

Der Schulsportplatz in Ammerthal. 2008 hatte ihn die Gemeinde für Freizeitspiele von Kindern und Jugendlichen geöffnet. Bild: Steinbacher
Lokales
Ammerthal
03.03.2015
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Auf das Wasser-Scharmützel folgt der Sportplatz-Streit: Die Klage eines Anwohners gegen die Freizeitnutzung des Schulsportgeländes lässt die Volksseele kochen - nicht nur in Ammerthal.

Kaum ein anderer Artikel hat die Nutzer des Oberpfalznetzes in den vergangenen Tagen so beschäftigt, wie der Bericht über die Sportplatz-Klage in Ammerthal. Wie berichtet, dürfen die Kinder und Jugendlichen vorerst nicht mehr nach Unterrichtsschluss auf dem Gelände spielen, so wie es die Gemeinde vor sieben Jahren erlaubt hat. Wegen einer Anwohnerbeschwerde sei der kombinierte Rasen- und Sandplatz "bis zu einer Entscheidung durch das Landratsamt" geschlossen, heißt es auf einem Anschlag. Bürgermeisterin Alexandra Sitter-Czarnec hatte bei der jüngsten Bürgerversammlung erklärt, ein Nachbar habe Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht.

"Solche Klagen dürften überhaupt nicht zugelassen werden", heißt es im Kommentar eines aufgebrachten Facebook-Lesers. Mehr als 70 schriftliche Reaktionen verzeichnete die Oberpfalznetz-Redaktion binnen 24 Stunden. "Warum gibt es immer wieder Menschen, die Kinder nicht Kinder sein lassen können?", fragt eine Frau. Eine andere merkt an: "Wie lächerlich. Da soll man lieber mal froh sein, dass es noch Kinder gibt, die lieber Fußball spielen, statt vor dem Fernseher oder Computer zu sitzen."

"Wirklich sehr nervig"

Allerdings gibt es auch Facebook-Nutzer, die Verständnis für die Klage zeigen. "Hab auch nebenan einen Spielplatz und das Geschrei von früh bis spät abends ist wirklich sehr nervig", schreibt ein Mann, der dafür heftigen Widerspruch erntet. Ein weiterer Diskussionsteilnehmer verweist auf einen anderen Aspekt: "Ob da nicht jemand einen Nebenkriegsschauplatz eröffnet, nachdem er beim Wasserstreit durchgefallen ist. Da ist doch das ganze Dorf zerstritten." Der Gemeinderat hatte für den Schulsportplatz folgende Öffnungszeiten festgelegt: täglich außer sonntags von 9 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr. 2014 wurde noch eine Stunde dazugegeben, so dass erst um 19 Uhr Schluss sein musste.

Das Landratsamt bestätigte am Dienstag auf Nachfrage, dass es die "Genehmigungsfähigkeit der geplanten Nutzung" prüfe. Möglicherweise hätte der Schulsportplatz 2008 gar nicht für die Freizeitnutzung freigegeben werden dürfen. Dazu habe die Behörde zunächst einmal eine Stellungnahme der Gemeinde angefordert, erklärte Sprecherin Christine Hollederer. Das Landratsamt prüfe den Fall unabhängig von der Klage vor dem Verwaltungsgericht.
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