Geistliches Konzert füllt die Ammerthaler St.-Nikolaus-Kirche und lässt die Zuhörer lange ...
Ein musikalisches Plädoyer für den Chorgesang

Hans Koller (links) führte den Gemeinschaftschor aus Ammerthal und Traßlberg mit sicherer Hand. Bild: e
Lokales
Ammerthal
24.04.2015
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Die Glocken in der St.-Nikolaus-Kirche waren am Sonntag der Startschuss für ein geistliches Konzert der Sängergruppe Amberg. Einen massiven Auftritt von Sängern aus sechs Chören aus dem Landkreis, dazu die Blaskapelle Ammerthal, an der Orgel Gruppenchorleiter Christian Farnbauer, mit dabei Vorsitzender Adolf Gassner, die Gruppenchorleiterin Jana Müller - nach gut 90 Minuten konnte man ein bestens konzipiertes geistliches Konzert bilanzieren. Geradezu ein Plädoyer für den Chorgesang, der ja nicht gerade von Nachwuchs überrannt wird.

Näher bei Gott

"Versenken, meditieren, innehalten", wünschte Pfarrer Klaus Haußmann in der vollen Pfarrkirche. "Die Musik bringt uns Gott näher", glaubt er. Die Kirche als Konzertsaal: Hier erreicht die Musik die Menschen nicht nur oberflächlich, da waren auch Leute da, die der Kirche nicht so nahestehen. Aber der Musik und dem Chorgesang, die mit der "Jupiter Hymn" von der Ammerthaler Blaskapelle (Leitung Joachim Götz) startete.

Der Gemeinschaftschor GV Ammerthal und GV Traßlberg fusionierte in seinem "Herr mein Gott, ich traue auf Dich" und "Jubelt ihr Völker all", dezent am E-Piano begleitet von der Chorleiterin des Illschwanger Männerchors, Shana Ibler. Die nicht leichten Chorsätze brachten den Chor fast an die Grenze.

Der ehemals 40 Mann starke MGV Sangesfreunde Hahnbach unter Leitung von Jana Müller brachte mit einem Heizmann- und Bühler-Satz sehr schöne Männerchorsätze zum Vortrag. Unüberhörbar die kräftigen Stimmen im 2. Tenor und 1. Bass, jedoch merkte man den 20 Männern auch an, dass einige "Stimmführer" nicht dabei waren. Mit Bachs Choralvorspiel "In dir ist Freude" entlockte der Organist der Dreifaltigkeitskirche, Christian Farnbauer, der Orgel Töne, die untermauern, dass sie die Königin der Instrumente ist.

Ulrike Bauer mit ihren 14 Damen des Frauenchors Ammerthal intonierte mit "Happy and free" rhythmische Klänge. Andrea Keller mit ihrer Gitarre begleitete gewohnt sicher. "Oh what a day" war die stimmliche Erklärung, warum das Genre Gospel nach wie vor viel Zulauf hat.

Der MGV Liederkranz 1846 Kastl wirkte mit seinen 22 Akteuren sehr ausgeglichen. Triumphierend im 1. Tenor und basierend auf einem sehr stabilen, gut hörbaren 2. Bass bot er den Zuhörern eine Bandbreite abendländischer Männerchorliteratur. Wolfgang Herdegen und seine Sänger lieferten mit "Gottes Reigen im Jahr" und "Der Herr ist mein Hirte" sowie "Mein Gott, welche Freude" einen kurzweiligen Vortrag. Der gemischte Chor des Gesangvereins 1860 Hirschau hatte mit "I will follow him" aus "Sister act" und den beiden Schmoll-Sätzen "Let's praise the Lord" und "Sage Dank" wahre Ohrwürmer parat. Die gute Textverständlichkeit überzeugte die Zuhörer. Und das war nicht nur was für die Akustik: Die zehn Damen in ihrem schwarz-roten Outfit waren auch ein optischer Genuss.

Stimmlich ausgewogen

Stimmgewaltig präsentierte Johann Bruckmüller seine Sänger vom GV Liederkranz Schmidmühlen, die als Gäste (neben dem Ammerthaler Frauenchor) das Konzert bereicherten. Mit "Jauchzet dem Herrn" oder "Glaube-Liebe-Träume" trafen sie den Kern dieser Veranstaltung. Ein rundherum stimmlich ausgewogener Männerchor. "Yellow mountains" der Ammerthaler Bläser beendete dieses bemerkenswerte Konzert.

Der Beifall war lang, die Dankesworte des beeindruckten Pfarrers Klaus Haußmann herzlich. Mit der Improvisation "Wer glaubt ist nicht allein", bei der Christian Farnbauer sein Können aufblitzen ließ, stimmten Akteure und Zuhörer gemeinsam in das gesungene Schlusslied ein.
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