Hubert Englhard wirft Bürgermeisterin Alexandra Sitter-Czarnec "Willkür" vor
Streitobjekt "Hutzelbirnbaum"

Lokales
Ammerthal
24.09.2014
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Mehr oder weniger der Zorn hat in der Gemeinderatssitzung Regie geführt beim emotionalen Schlussbeitrag von Hubert Englhard. Das brachte ihm einen Ordnungsruf von Bürgermeisterin Alexandra Sitter-Czarnec ("Solche Umgangsformen dulde ich nicht") und harsche Kritik von Gerda Schommer ("Herr Englhard, Sie beschweren sich doch über alles. Sie gehen lieber zum Landratsamt als zur Gemeinde") ein. Und schließlich: Kopfschütteln bei den Zuhörern, mit "lächerlich" benotete einer den Auftritt. "Der wird noch schlimmer wie sein Vater", sagte ein anderer. Fast geschlossen verließen sie den Saal. Nicht das Thema selbst, sondern Englhards Auftritt hatte sie verärgert.

Ein "gesunder Baum" sei's gewesen. Das Prädikat "sehr erhaltenswert" habe ihm Kreisgartenberater Arthur Wiesmet zugestanden, er sei "der letzte Baum seiner Art in Ammerthal gewesen", etwa 60 bis 70 Jahre alt. Die "Hutzelbirne", hart an seinem Grundstück habe Schatten für Fußgänger gespendet, explizit für seinen im Garten spielenden Nachwuchs und seine Stallhasen. Dann, so Englhard erbost, "hat man "ihn einfach so weg'gschnittn, weil er Dreck macht". Schlimmer noch: "Man fährt in Urlaub, kommt heim und der Baum ist weg", erregte er sich. Und, um all dem die Krone aufzusetzen: "Es hat keinen Grund dafür gegeben, das war Willkür der Bürgermeisterin", warf er in den Raum

Doch gab's für die Entfernung des im Gemeindebesitz befindlichen Baumes an dieser Stelle, zwischen der neuen steilen Treppe und dem Grundstück, einen triftigen Grund, versuchte Sitter-Czarnec klarzumachen. Freilich war Englhard dem nicht zugänglich. Der Baum, unmittelbar neben dem neu sanierten Steig bzw. Treppenaufgang und der Grundstücksmauer von Gemeinderat Englhard musste nach Angaben der ausführenden Baufirma, deren Chef unter den Zuhörern war, entfernt werden, sagte die Bürgermeisterin. "Kommt der Baum nicht weg", so die Prognose, bestünde konkrete Gefahr, dass dessen Wurzeln an der Treppe erheblichen Schaden anrichteten. Im Übrigen sei der andere Anwohner des Steigs befragt worden und habe nichts gegen die Entfernung gehabt.

"Es gibt keine Beeinträchtigung, die Wurzeln waren gesund, man hätte ausasten können, ich hätte gefragt werden müssen", beharrte Englhard. Ein gedeihliches Einvernehmen war nicht mehr möglich, bis Gerda Schommer der Kragen platzte.
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