"Ich schäme mich"

Mit "Mantel des Schweigens" ist es vorbei, Ammerthals Trainer Robert Ziegler schlägt ab sofort lautere Töne an. Bild: ref
Lokales
Ammerthal
29.04.2015
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Knapp sechs Wochen nach seiner Verpflichtung spricht Robert Ziegler Klartext. Nach drei Niederlagen und zwei Unentschieden unter seiner Regie sagt der Trainer der DJK Ammerthal, was er von seiner Mannschaft hält - und räumt einen Fehler ein.

Leistungen wie zuletzt bei der bitteren 1:2-Niederlage beim VfL Frohnlach sind einfach zu wenig, um in der Relegationsmühle den Klassenerhalt in der Fußball-Bayernliga Nord zu schaffen. Vor dem Heimspiel am Freitag, 1. Mai (17.30 Uhr), gegen den punktgleichen FSV Erlangen-Bruck müssen die Ammerthaler den Schalter umlegen. Ein Sieg muss her, um das angeknackste Selbstvertrauen zu stärken.

Erlangen muss in Relegation

Für die Gäste um Trainer Norman Wagner geht die Saison ebenso wie für Ammerthal in die Verlängerung: "Wir machen vieles richtig, aber am Ende reicht es eben oftmals nicht, den ein oder anderen Punkt mitzunehmen und sich aus dem Tabellenkeller zu befreien", so der Brucker Übungsleiter, der mit seiner Mannschaft ebenfalls nur 22 Punkte holte. DJK-Trainer Robert Ziegler nahm nach der Niederlage in Frohnlach kein Blatt vor den Mund - zu groß war die Enttäuschung nach dem Spiel, das die letzte Chance war, die Relegation noch abzuwenden. "Wenn die Spieler bereit sind, wie eine Fußballmannschaft aufzutreten, das heißt, sich an die Vorgaben hinsichtlich der Organisation auf dem Platz zu halten und dann noch laufen und Zweikämpfe führen, dann sind wir besser als Erlangen-Bruck und werden das Spiel gewinnen", ist sich Ziegler sicher. Genauso sei es aber auch in der zweiten Hälfte gegen Erlenbach und in den ersten 45 Minuten in Frohnlach gewesen: "Wie sich die Spieler dort präsentiert haben, dafür schäme ich mich als Trainer gegenüber den vielen Ehrenamtlichen und Zuschauern dieses tollen Vereins."

Ab sofort will Ziegler Klartext sprechen: "Bislang habe ich über vieles den Mantel des Schweigens gehalten, versucht, das Positive herauszustellen. Ich habe gedacht, dass die Spieler das zu schätzen wissen und in die Spur kommen. Verantwortlich für diese Fehleinschätzung bin ich." Das Trainergespann ist sich auch sicher, dass es einzig an der Einstellung der Spieler liegt, ob sie mit ihren Kollegen gemeinsam eine Mannschaft werden, ob sie fit werden, ob sie sich taktisch richtig verhalten wollen und ob sie Spiele auch gewinnen wollen.

"Selbsteinschätzung und Kritikfähigkeit sind in Ammerthal offensichtlich über lange Zeit nicht gefragt gewesen", glaubt Ziegler und fügt an: "Fakt ist: Wenige betrachten ihre eigene Leistung kritisch, viele machen alle Anderen und alles Andere für eigene Fehlleistungen verantwortlich." Das Potenzial und die Qualität ist nach Einschätzung der Verantwortlichen vorhanden, dies wurde von der Mannschaft auch schon deutlich unter Beweis gestellt, aber sie muss alles kontinuierlich abrufen, um wieder in die Spur zu kommen.

Laurer wieder dabei

Gegen Erlangen-Bruck zählt Tobias Laurer wieder zum Kader, Florian Fromholzer, Jan Fischer, Benny Scheidler und Felix Mellinghoff fallen weiterhin verletzt aus.

DJK Ammerthal: Schmidt (25), Lang (23); Stauber (20), Leikam (4), Fürsattel (14), Jank (3), Richter (12), Lämmermann (19), Hiemer (15), Haller (8), Becker (7), Mandula (11), Pospisil (29), Papadopoulos (18), Kotzbauer (13), Jonczy (9), Laurer (21).
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