Im Januar 2010 war Georg Paulus bei einem Seminar im Zentrum für erneuerbare Energien (ZEN) in Ensdorf. Das war der Impuls für eine große Gemeinschaftsleistung der Viehberger, die nun offiziell ans Netz geht und viel Geld sparen soll.
Nicht mehr von Ölscheichs abhängig

Lokales
Ammerthal
07.11.2014
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(e) Wenn man so will, waren die Informationen zur nachhaltigen regionalen Entwicklung und die folgende Exkursion nach Kempten Ideengeber dafür, dass in Viehberg ein Projekt entwickelt und nunmehr umgesetzt wurde, von dem alle profitieren. Derzeit sind es exakt 15 Einheiten oder Haushalte. Es geht um das Nahwärmenetz West, ein Vorzeigeprojekt in Sachen Energiewende, das seit 2010 immer klarere Konturen annahm und die autarke Wärmeversorgung sichern soll.

Ein Dorf geht seinen Weg

Die Geschäftsführer Georg Paulus und Hans Hollederer ließen bei der Vorstellung des Nahwärmenetzes die Entstehungsgeschichte Revue passieren. Unter der Prämisse "Ein Dorf geht seinen Weg", wie Georg Paulus sagte, waren viele Gespräche, Veranstaltungen, Standortuntersuchungen und Besichtigungen nötig. Am 15. Juni dieses Jahres entschieden sich 15 Teilnehmer, das Projekt Hackschnitzelheizung in Angriff zu nehmen. Die Gesamtkosten liegen laut Paulus, der als Vorsitzender der Christlichen Wählergemeinschaft im Gemeinderat sitzt, bei 300 000 Euro Investitionssumme, abzüglich 100 000 Euro an Zuschüssen. Laut Hans Hollederer können die Beteiligten pro Jahr bis zu 30 Prozent an Heizkosten sparen.

Viehberger packen mit an

"Es bedarf sehr viel Mut, denn man weiß nicht genau, was auf einen zukommt", rühmte Vorstandsvorsitzender Markus Dollacker die Courage der Viehberger. Mit ihm freute sich Gerhard Kopf, dass das ZEN in Ensdorf gewissermaßen Impulsgeber für die Initiative gewesen sei. Der Standort der Hackschnitzelheizung (inklusive Kesselraum und zwei Bunkern mit einer Kapazität von jeweils 80 Kubikmetern) wurde auf dem ehemaligen Paulus-Hof gefunden. Groß eingebracht haben sich die Viehberger bei der Pflasterung des Vorbereichs: rund 24 000 Steine haben sie selbst verlegt. "Wir haben uns eingeschworen und das Projekt durchgezogen. Jetzt haben wir ein Vorzeigestück", sagte Hollederer. Damit habe Viehberg für die Energiewende viel getan - und für den Geldbeutel.

15 Häuser angeschlossen

Seit vier Wochen läuft die Anlage, demnächst sind alle 15 Häuser angeschlossen, jedenfalls sind sie nicht mehr abhängig von den Ölscheichs. Und das Geld für die Hackschnitzel, das bleibt auch in der Region.
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