Seitenwechsel im Gemeinderat

Leider enthält dieses Schreiben keine Angaben, ob er die Straße weiter baut oder nicht. Deshalb wird die Gemeinde das übernehmen müssen.
Lokales
Ammerthal
09.10.2014
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Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln. In Ammerthal ist es ein Gehsteig, der die Seiten wie die politischen Mehrheiten wechselt. Der Gemeinderat will ihn jetzt wieder dort haben, wo er eigentlich schon immer hin sollte.

Über ein Jahr geht nichts mehr voran mit dem neuen Gewerbepark Ost. Jetzt soll wieder Bewegung in die gestoppte Erschließung kommen. Es gebe ansiedlungswillige Interessenten, drängt Bürgermeisterin Alexandra Sitter-Czarnec (UWG). Allerdings müssen erst noch ein paar gewaltige Brocken, darunter auch lokalpolitische Altlasten, aus dem Weg geräumt werden. In seiner Sitzung am Mittwoch packte es der Gemeinderat erneut an.

Möglichst bald möchte das Rathaus erst Bagger und dann eine Rechnung schicken. Das verbirgt sich hinter der harmlos anmutenden Bekräftigung: "Der Beschluss über die Verlegung des Gehweges vom 31.07.2013 wurde am 02.07.2014 aufgehoben." Das bedeutet, der jetzige, im Rohbau bereits fertiggestellte Gehsteig eines Stücks Erschließungsstraße soll auf die gegenüberliegende, ursprünglich vorgesehene Seite verlegt werden. Der ehemalige CSU-Gemeinderat und Ammerthaler Bauunternehmer Karl Englhard hatte bei der vereinbarten Herstellung der Erschließungsstraße die Fußwegseite gewechselt. Deshalb beschloss der Gemeinderat in der zurückliegenden Periode unter noch völlig anderen Mehrheitsverhältnissen im Juli vergangenen Jahres, den Gehsteig nun so zu belassen und den Bebauungsplan entsprechend abzuändern.

Diese Entscheidung wurde vom neuen Plenum am 2. Juli wieder gekippt und der Bauunternehmer aufgefordert, sich zu erklären und den Fußweg gemäß der ursprünglichen Planung auszuführen. Dem Rathaus liegt dazu laut Sitter-Czarnec inzwischen eine Stellungnahme von Englhard vor.

"Leider enthält dieses Schreiben keine Angaben, ob er (Karl Englhard, Anm.d.Red.) die Straße weiter baut oder nicht", fasste die Bürgermeisterin den Stand der Dinge zusammen. "Deshalb wird die Gemeinde das übernehmen müssen", kündigte sie inklusive einer entsprechenden "finanziellen Lösung" an. Das wurde so gegen eine Stimme beschlossen, wobei die Fortführung der Gesamterschließung wegen anders gelagerter Grundstücksprobleme noch Umplanungen nötig macht.

Auf Nachfrage konkretisierte am Donnerstag die Bürgermeisterin das beabsichtigte Vorgehen in Sachen Gehsteig und sprach von einer "Ersatzvornahme" der Gemeinde, die sie gegebenenfalls einleiten wolle.
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