Szenen aus dem Leben

Lokales
Ammerthal
18.12.2014
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Taufend, mit einer Muschelschale in der Hand: So ist Franz Xaver oft auf Altarbildern zu sehen. Pfarrer Klaus Haußmann schrieb zum Leben dieses Heiligen eigens ein Rollenspiel.

Aufgeführt wurde es in der Liebfrauenkirche. Bereits zum vierten Mal hatte der örtliche Gartenbauverein diese Veranstaltung inszeniert. Jedes Mal gibt es ein Rollenspiel zu einem Heiligen, heuer war Franz Xaver an der Reihe. Er gilt als einer der einflussreichsten und erfolgreichsten Missionspriester der Neuzeit. Die Flötenmusik begleitete die einzelnen Szenen mit Stücken von Händel und Auffschnaidter.

Vor den einzelnen Rollenspielen lasen verschiedene Erzähler einen kurzen Ausschnitt zum Leben des Franz Xaver. Die erste Szene (April 1541) handelte von einem Zusammentreffen von Franz Xaver (Klaus Eichenseer) und Ignatius (Georg Paulus), seinem Weggefährten in Rom, in dem von ihnen gegründeten Jesuitenkolleg. Franz Xaver fühlte sich zur Mission in Indien berufen, doch Ignatius wollte ihn nicht gehen lassen. Dann erkrankte ein Missionar plötzlich schwer, und so trat Franz Xaver den Weg nach Indien an. 1542 kam er in Goa an und begab sich an die äußerste Südspitze Indiens, um den dortigen Perlenfischern das Evangelium zu verkünden. Diese todesmutigen Taucher holten Perlmuscheln vom Meeresgrund und gehörten zu den Ärmsten der Armen. Bereits nach kurzer Zeit ließen sich viele taufen.

In der zweiten Szene schenkte der Junge Esteban (Laurenz Fischer) eine Perle für die Krone der Jungfrau Maria. Er war überzeugt, dass die Muttergottes ihn vor einem Hai gerettet hatte. Viele Widerstände erfuhr Franz Xaver, als er 1549 sein Wirken in Kagoshima an der Südspitze Japans fortsetzte. Doch es gelang ihm, eine kleine Christengemeinde zu gründen. Um noch mehr zu erreichen, benötigte er die Unterstützung der Regierung. So machte er sich auf den Weg zum Kaiser in der Hauptstadt Kyoto. Auf dem Weg dorthin wurde er vom Fürst Toranaga eingeladen.

In der dritten Szene unterhielten sich Franz Xaver und Fürst Toranaga (Gerhard Schuller). Auf dem Weg nach China ereilte Franz Xaver eine schwere Krankheit. Um andere nicht anzustecken, lebte er noch zwei Wochen elend in einer armseligen Hütte, wo er einsam und verlassen am 3. Dezember 1552 im Alter von 46 Jahren starb. Heute ruht er in der Kathedrale "Bom Jesu" in Goa, einem der bedeutendsten christlichen Wallfahrtsorte Indiens. Nach dem gemeinsamen Schlusslied "Macht hoch die Tür" gab es bei Familie Graßer Glühwein, Stollen und Lebkuchen.
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