Täglich Grund zu Dank

Im Beisein von Pfarrer Klaus Haußmann, der Krieger- und Soldatenkameradschaft, des Männergesangvereins und der Blaskapelle, von Reservisten und Fahnenabordnungen gedachten die Ammerthaler am Volkstrauertag auch der Opfer der Terroranschläge von Paris. Bild: Huber
Lokales
Ammerthal
16.11.2015
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Sie ärgert sich, dass sie den Erzählungen ihrer Großeltern über den Krieg nicht immer aufmerksam gelauscht hat. Jetzt, sagte Ammerthals Bürgermeisterin Alexandra Sitter-Czarnec gestern zum Volkstrauertag, "ist es zu spät - und manchmal, gerade an Tagen wie diesen, nagt es schon etwas an mir".

"Damals war das Thema Flucht und Vertreibung für mich einfach so weit weg", gestand die Gemeindechefin bei der Gedenkstunde am Kriegerdenkmal - die nach den Anschlägen von Paris traurige Aktualität bekommen hatte (Blickpunkt).

In Europa seien die Menschen seit 70 Jahren keiner unmittelbaren Lebensgefahr mehr ausgesetzt, betonte Sitter-Czarnec. Müsse man dies also noch groß thematisieren, dafür danken? "Ich persönlich finde: Ja", betonte die Bürgermeisterin. Der Volkstrauertag sollte Anlass sein, darüber nachzudenken, "was wir ganz persönlich, aber auch als reiches Land in einem freien und friedlichen Europa - für Freiheit und Menschlichkeit tun können."

Gerade in diesem Moment seien wieder Millionen Menschen auf der ganzen Welt unterwegs. "Sollten wir nicht gerade jetzt, bei aller Sorge um das Stemmen der Flüchtlingskrise, heute einmal innehalten und auch ganz schön stolz auf uns sein?" Sitter-Czarnec jedenfalls ist "sehr stolz auf die Haltung von Bundeskanzlerin Angela Merkl". Aber auch darauf, wie die Ammerthaler "mit Mitgefühl, Sachverstand und Verstand, aber auch mit ganz viel Herz" syrische Flüchtlinge aufgenommen haben. "Wir alle gehen nach dieser Veranstaltung nach Hause", betonte Sitter-Czarnec mit Blick auf die Neubürger: "Mehr wollen diese Menschen nicht: Ein Zuhause. Lassen Sie uns ihnen dabei weiterhelfen."
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