Urne umfangen von Wurzeln

Der Ammerthaler Friedhof wurde prämiert als Ort der Würde, Kultur und Natur. Besonders wurde hervorgehoben, dass hier die "schönste Urnenwand weit und breit" stehe. Nun ist im Gespräch, einen Friedwald anzulegen, in dem beispielsweise eine Urnen-Baum-Bestattung möglich ist. Bild: e
Lokales
Ammerthal
21.11.2015
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Ein Friedwald ist eine alternative Form der Beisetzung, bei der die Asche Verstorbener in biologisch abbaubaren Urnen mitten in der Natur an den Wurzeln oder am Stamm eines Baumes ruht. Ein solches Konzept ist auch in Ammerthal im Gespräch.

Die Errichtung eines Friedwaldes und dessen Nutzungsmöglichkeiten stellte Bürgermeisterin Alexandra Sitter-Czarnec bei der Sitzung des Gemeinderats vor. Der Vorschlag beruht auf der Tatsache, dass die Bestattungskultur auch in Ammerthal einem Wandel hin zu Individualität und Anonymität unterliegt. Bis in die 50er-Jahre waren Feuerbestattungen noch die große Ausnahme, bekundete die Bürgermeisterin, heute sehe das ganz anders aus.

Urnen-Baum-Bestattung

Auch der Friedhof in Ammerthal sollte auf alternative Bestattungsformen vorbereitet werden. Zum Beispiel befinde sich im hinteren Bereich, bereits jetzt durch Baumbewuchs etwas abgegrenzt und tiefer liegend, eine Fläche, die sich für die herkömmliche Gräberbestattung nicht eigne. Dieses Areal könnte, so die Bürgermeisterin, für die noch neue, aber ökologische Form der Urnen-Baum-Bestattung genutzt werden. Dem Wunsch nach einer pflegeleichten Bestattung sei die Gemeinde schon mit der Urnenwand nachgekommen.

"Perfekte Alternative"

Nun gebe es vermehrt Nachfragen nach der sogenannten pflegefreien Bestattung. "Die Urnen-Baum-Bestattung wäre da die perfekte Alternative", meinte sie. Dies sei bereits bei einer Begehung thematisiert worden. Verschiedene Systeme seien möglich, etwa eine Urne ins Erdreich zu versenken und am Baum eine Tafel mit dem Namen des Verstorbenen zu befestigen. Eine Entscheidung fiel noch nicht, der Gemeinderat zeigte sich aber aufgeschlossen.

In diesem Zusammenhang informierte die Bürgermeisterin, dass die Gemeinde beim Wettbewerb des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege mit dem Titel "Unser Friedhof, Ort der Würde, Kultur und Natur" den dritten Rang im Landkreis belegt habe. 300 Euro habe es dafür gegeben, mit denen eine Tafel für den Friedhof angeschafft worden sei. Im Übrigen sei den Ammerthalern von der Kreisfachberatung des Landratsamtes bestätigt worden, dass sie "die schönste Urnenwand weit und breit" haben".
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