Vater-unser-Weg auferstanden

Der Vater-unser-Weg erhält nun doch eine Chance, nachdem sich im Gemeinderat eine klare Mehrheit für dieses Projekt ausgesprochen hat. Bild: e
Lokales
Ammerthal
12.10.2014
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Gemessen an der Tatsache, dass man bereits im Jahr 1374 zum Wallfahren nach Ammerthal kam - es waren wohl überwiegend Pilger aus dem fränkischen und böhmischen Raum - sind die paar Jahre, die sich der Gemeinderat um den sogenannten Vater-unser-Weg gezankt hat, gar nichts.

Der Weg soll an die lange Wallfahrts-Tradition in der Gemeinde erinnern, das ist das eine. Er soll aber auch eine Homage an die Ammerthaler Künstlerin Wilhelmine Müller sein, die weit über die Grenzen des Ortes hinaus bekannt ist.

Ein Alleinstellungsmerkmal

Grundsätzlich gilt: Der Vater-unser-Weg mit seinen zehn Stelen, als "Alleinstellungsmerkmal" bezeichnet, könnte im Grunde seit etwa drei Jahren den Bürgern zur Verfügung stehen. Freilich hat Bürgermeisterin Alexandra Sitter-Czarnec nach der Dezembersitzung 2012 ziemlich säuerlich feststellen müssen: "Das Projekt ist wohl gestorben." Grund war, dass die Mehrheit im damaligen Gemeinderat dagegen war, das Projekt für die Städtebauförderprogramm 2013 zu melden. Und damit sozusagen einen Salto rückwärts machte, denn das Vorhaben war vorher positiv beschieden.

Mittlerweile ist ein Umdenken erfolgt: Das Projekt Vater-unser-Weg wird mit klarer Mehrheit im Plenum für das Städtebauförderprogramm 2015 gemeldet, so dass also Hoffnung besteht, das Ammerthaler Vorzeigeprojekt doch noch mit Fördergeldern bauen zu können. Damit feiern auch die Vater-unser-Bilder der verstorbenen Künstlerin Wilhelmine Müller, die sie der Gemeinde vermacht hat,wieder Auferstehung. Diese Bilder dienen als Vorlage, sie sollen auf Glas digitalisiert und auf Granitsteinen angebracht.

Als "einvernehmlich gelöst" lässt sich die Debatte um die Verlängerung der Hallennutzungszeiten während der Theaterspielzeit 2015 bezeichnen. Bekanntlich hat der Heimat- und Kulturverein (HKV) mit Schreiben diese Ausweitung bei der Gemeinde beantragt. Die Halle sollte nach den Vorstellung des HKV vom Aufbau am 27. März 2015 ab 13 Uhr (letzter Schultag vor den Osterferien) bis zum Abbau vom 26. April 2015 für den Verein reserviert werden.

Das Thema wurde bereits im Gemeinderat diskutiert, dann aber zurückgestellt, um der Grundschule und dem Elternbeirat Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.

Konsens gefunden

Mittlerweile gaben Rektorin Elvira Rückerl und Elternbeirat umfangreiche, schriftliche Stellungnahmen zu dem Problem ab. Das Ansinnen des HKV könne unter dem Strich nicht befürwortet werden, heißt es darin. Schließlich seien auch noch 44 Kinder der Mittagsbetreuung betroffen.

Gleichwohl haben vor wenigen tagen bei einem Gespräch in der Schule alle Beteiligten eingelenkt, so dass ein tragfähiger Konsens gefunden werden konnte. Man habe sich darauf geeinigt, sagte Bürgermeisterin Alexandra Sitter-Czarnec, dass der HKV für das Theater die Halle in der Zeit vom Freitag vor den Osterferien bis einschließlich eine Woche nach den Osterferien nutzen kann. Der Gemeinderat stimmte dieser Lösung - bis auf Widerruf - einstimmig zu.
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