Werke von Bach bis Fauré standen auf dem Programm bei einem geistlichen Konzert in der katholischen Kirche St. Nikolaus.
Geniale Werke, vertraute Weisen

Kataryna Menges an der Orgel, die Sopranistin Jana Müller und Ulrike Straub (von links) gaben ein Konzert in der Ammerthaler Pfarrkirche. Bild: Huber
Lokales
Ammerthal
04.11.2015
26
0
Die Idee, an diesem Wochenende eine Musikereignis auszurichten, hatten mehrere Veranstalter. Deshalb musste der Zuhörer entscheiden, in welches er an diesem Sonntag geht. Dies schlug sich natürlich auch in der Besucherzahl nieder: Weniger als 100 Besucher fanden den Weg in die Kirche in Ammerthal.

Drei Interpretinnen

Drei Frauen hatten sich zu diesem gut einstündigen Konzert zusammengetan: die Sopranistin Jana Müller, die derzeit vier verschiedene Chöre leitet, Ulrike Straub an der Violine, die dieses Instrument am Max-Reger-Gymnasium unterrichtet und in Schnaittenbach beheimatet ist, sowie Kataryna Menges an der Orgel, die in Minsk geboren wurde und seit kurzem in St. Georg in Amberg als Kirchenmusikerin arbeitet.

Den Auftakt machte laut Programm ein Präludium von Johann Sebastian Bach. Tatsächlich handelte es sich um den ersten Teil eines der großen freien Orgelwerke des Komponisten, nämlich der Fantasie und Fuge in g-Moll. Dieses geniale Werk Bachs ist vor allem durch seine besonders kühne und weitreichende Harmonik vielen Musikliebhabern bekannt. Für die klangschöne Orgel war dieses Werk eine gute Wahl.

Es folgten die beiden Sopran-Arien aus dem großartigen Magnificat. Bach komponierte dies in der Zeit, als er sich um die Stelle als Thomaskantor in Leipzig bewarb, aber noch in Köthen wirkte, also im Jahr 1723. Die zweite Fassung des Magnificat wurde dann an Weihnachten 1723 in Leipzig aufgeführt. Aus diesem wundervollen Werk sang Jana Müller die beiden Arien "Et exultavit" und "Quia respexit".

Aus Vivaldis berühmtem "Gloria" erklangen die vielen vertraute Arie "Domine Deus", hier in einer Fassung für Sopran, Violine und Orgel. Weiter trugen die Interpreten drei Stücke vor, die die Besucher sicher schon in zahlreichen Gottesdiensten und Kasualien gehört haben: zunächst "Air" aus der Orchestersuite Nr. 3 von Bach in der Besetzung Violine und Orgel, dann "Largo" aus der Oper Xerxes von Georg Friedrich Händel, schließlich dessen "Hornpipe" aus der Wassermusik.

Orgel dafür zu klein

Die zweite Programmhälfte eröffnete ein Orgelstück: das Allegro vivace aus der 5. Orgelsymphonie von Charles-Marie Widor. Für dieses Stück aus der französischen Hochromantik ist die Ammerthaler Orgel allerdings überhaupt nicht disponiert, ein deutlich größeres Instrument wäre nötig, um die facettenreichen Klangfarben der zahlreichen Lingual- und Labialpfeifen authentisch wider zu geben. Nach dem bekannten "Laudate dominum" von Wolfgang Amadeus Mozart, wiederum in der Besetzung Sopran, Violine und Orgel, und Mendelssohns "Hör mein Bitten" in der Bearbeitung für Sopran und Orgel schloss sich das "Agnus Dei" von Georges Bizet an, das von der Sopranistin eine gute und stabile, aber dennoch leichte Höhe abverlangt.

Ein kurzes Präludium für Violine und Orgel von Josef Rheinberger und zwei Werke aus der französischen Romantik (Gabriel Fauré: "Lobgesang des Jean Racine", Cesar Franck: "Panis angelicus") bildeten den Abschluss. Mit viel Applaus würdigten die Zuhörer die Leistung der drei Musikerinnen.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.