Wie alt? Original oder Fälschung? Welches Material? Wie ist der Wert? Drei Kardinalfragen, die Pfarrer Klaus Haußmann,
Raritäten, aber keine Schätze

Pfarrer Klaus Haußmann begutachtete die Stücke, die Ammerthaler Bürger ihm vorlegten. Bild: e
Lokales
Ammerthal
06.11.2015
7
0
mittlerweile Experte für Porzellan und Keramik, zu beantworten versuchte.

(e) Erstmals gab es im Rathaus, von Bürgermeisterin Alexandra Sitter-Czarnec auf den Weg gebracht, in Anlehnung an die bekannte Fernsehserie "Kunst und Krempel" die Aktion "Kunst oder Kitsch". Viele Bürger nutzten das Angebot und brachten mit, was so in Speicher, Keller oder Vitrine mehr oder weniger beachtet steht.

Rätselhaftes Väschen

Haußmann konnte die meisten Fragen beantworten, detailliert für Aufklärung sorgen. Ein rätselhaftes Väschen, entstanden um 1900 auf der japanischen Insel Satsuma, einige plastische Auflagen, eine mit Lüsterfarben und Gold dekorierte Kaffeekanne von etwa 1895 wurden gebracht. Eine vermeintliche Hummelfigur entpuppte sich als "Cortendorf". Besonders interessant fand der Gutachter einen Krug mit dem Stempel "Terra Sigillata". Der stammte nicht, wie vermutet, aus der Römerzeit, sondern eher aus der Werkstatt des Töpfermeisters Fischer aus Sulzbach, der diese Keramik im 19. Jahrhundert wohl nachempfunden hat.

"Selten und heute gesucht"

Schon erstaunlich, was in Ammerthal so alles unter den Hausdächern schlummert, darunter ein exzellenter Teller aus der Zeit um 1880 aus der Amberger Steingutfabrik mit einem handgemalten Gockel. "Das ist sehr selten und heute gesucht", urteilte der Pfarrer. Mit dabei waren ein Patenteller mit der Marke "Ernst Dorfner & Co., Hirschau", Rehpaare mit dem Klebeetikett "Cortendorf", Porzellantassen, Teller und Kannen aus den Jahren um 1930 und Serviceteile aus einer Fabrik im Egerland um 1885/90. Auch eine Rokokokutsche in Porzellan aus Thüringen war zu begutachten.

Besonders wertvolle Stücke waren nicht dabei, urteilte Klaus Haußmann. Aber darauf kam es ja auch nicht so sehr an. Die Besitzer wollten im Grunde nur Klarheit über ihre Schätze und haben sie auch bekommen. Jedes der gezeigten Stücke war ein Zeugnis der bürgerlichen Lebenskultur seiner Zeit, hat seine ganz eigene Geschichte. Sowohl für die Besucher als auch für den Fachmann war es ein kurzweiliger Nachmittag, den man mit anderen Objekten wiederholen will.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.