Wie CSU und CWG im Gemeinderat versuchen, der Bürgermeisterin das Leben schwer zu machen
Lokalpolitische Normalität kehrt nicht ein

Lokales
Ammerthal
14.11.2014
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(zm) Der Ammerthaler Gemeinderat findet nach dem Trinkwasser-Streit keinen Weg zurück in die Normalität. Sechs von 14 Mandatsträgern stellen die CSU und CWG seit der Kommunalwahl. Als die Sitzung am Mittwochabend begann, waren zwei davon da. Eine halbe Stunde später bekamen die beiden Christsozialen Verstärkung durch ihren Fraktionssprecher Robert Weiß. Die zwei CWG-Räte hatten sich entschuldigt. Dienstreise, Krankheit.

Ähnliche Absagen erhielt Bürgermeisterin Alexandra Sitter-Czarnec (UWG) laut ihrer Darstellung auf die Einladung zu einer Klausurtagung des Gemeinderats Ende Oktober. CSU und CWG waren durchweg anderweitig verhindert. Der verbliebene Rest fuhr dennoch ins Kloster Speinshart.

Nur noch schriftlich

Als ein Ergebnis brachte die Bürgermeisterin mit, den Routine-Tagesordnungspunkt "Anfragen" künftig aus dem öffentlichen Sitzungsteil zu streichen. Er werde nur noch als Instrument der "publikumswirksamen Außenwirkung" zur Diffamierung ihrer Person genutzt, will Sitter-Czarnec hier einen Riegel vorschieben.

An Gerhard Schuller (CSU) ging das offenbar vorbei. Er meldete sich etwa eine Stunde später mit einer Anfrage zu Wort und zeigte sich empört, ab sofort auf den schriftlichen Weg angewiesen zu sein.

Noch keineswegs in trockenen Tüchern ist die für Ende November angekündigte Fertigstellung der Baumaßnahmen zum Anschluss der Ammerthaler Trinkwasser-Versorgung an das benachbarte Amberger Netz. Der vereinbarte Notartermin wegen eines nötigen Grundstückserwerbs in Kemnathermühle platzte kurz vorher zur völligen Überraschung der Bürgermeisterin ("Das waren freundliche, nette Gespräche.").

Es musste eine andere Lösung gefunden werden. Schuller machte dafür Sitter-Czarnec verantwortlich. Sie habe offenbar die Verhandlungen nicht zielstrebig genug geführt. Der jetzige Ansatz, wandte er zudem ein, sei völlig ungeeignet für das dort zu errichtende Pumpenhäuschen. Deshalb lehnte die CSU diesen Vorschlag ab und wurde erwartungsgemäß von UWG und BFA (Bürgerforum Ammerthal) überstimmt.

Firmensitz abgezogen

Noch nicht absehbar sind laut Bürgermeisterin die Folgen der in der AZ-Ausgabe vom 11./12. Oktober bekanntgemachten Verlegung des Sitzes der Englhard Besitz GmbH & Co. KG. von Ammerthal nach Poppenricht. Dem Rathaus, speziell der Kämmerei, mache dieser Schritt wegen erhobener Rückforderungen so viel Arbeit, dass die für Donnerstag, 27. November, geplante Bürgerversammlung auf Donnerstag, 26. Februar, verschoben werden müsse, gab Sitter-Czarnec bekannt.
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