Fichtenhof entsorgt künftig über Amberg
Ein Abwassersystem für 350 Einwohner zieht um

Politik
Ammerthal
13.12.2015
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Der Zeitpunkt, wann das 600 000-Euro-Projekt fertig sein soll, steht schon fest. Spätestens am 31. Dezember 2016.

An diesem Tag endet der abwasserrechtliche Bescheid für den Ortsteil Fichtenhof. Also muss mächtig geklotzt werden, um im nächsten Jahr das 350-Einwohner-Dorf nicht mehr über seine seit 1991 betriebene Anlage mit zwei Klärteichen zu entsorgen. Das Konzept eines Anschlusses an das benachbarte Amberger Abwassersystem erläuterte am Mittwoch Erwin Schall vom Ingenieurbüro Renner und Hartmann dem Gemeinderat.

Auf 300 Einwohner war die Reinigungsleistung der Fichtenhofer Anlage ausgelegt. Die Betriebsdauer sollte bei 20 Jahren liegen. Jetzt gibt es rund 350 Fichtenhofer, dazu ein im Ort ansässiges, florierendes Gasthaus und es sind auch schon bald 25 Jahre vergangen, seit das System seiner Bestimmung übergeben wurde. Jetzt, so Schall, liege die vierte Planungsvariante einer Lösung vor und er gab sich optimistisch, sie auch rechtzeitig umzusetzen.

Spätestens bis 31. Dezember 2016 müssen demnach 2435 Meter einer Kunststoffleitung mit einem Durchmesser von 20 Zentimetern von der bestehenden Kläranlage bis nach Speckmannshof verlegt sein. Der Höhenunterschied beträgt rund 14 Meter, so dass bei einem halben Prozent Gefälle die Abwässer noch selbstständig fließen. Der technische Aufwand von Pumpwerken erübrige sich damit. Die Leitung wird dem Gelände entsprechend in einer Tiefe zwischen 0,90 und 2,40 Metern liegen.

Die beiden ehemaligen Klärteiche werden jedoch keineswegs überflüssig. Fichtenhof wird derzeit über ein sogenanntes Mischsystem entsorgt. Das heißt Schmutz- und Oberflächen-, sprich Regenwasser, gehen noch gemeinsame Wege. Künftig werden sie getrennt.

Vor diesem Hintergrund sollen die beiden bestehenden Teiche künftig als Regenrückhaltebecken dienen. Insgesamt können sie einmal knapp 1200 Kubikmeter fassen. Denn in das Amberger Abwassersystem, das haben die Vorverhandlungen zu der künftigen Vereinbarung ergeben, dürfen maximal nur noch sechs Liter Abwasser pro Sekunde eingespeist werden.

Nicht nur weil die Zeit drängt, passierte dieses Projekt problemlos und einstimmig den Gemeinderat. Schon im Oktober 2012 war ein Grundsatzbeschluss gefasst worden, in Fichtenhof die Abwasserentsorgung wieder auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen. Wenn nichts dazwischenkomme, so Schall, dürften nach Ostern 2016 die Bagger anrollen.
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