Gemeinderat Ammerthal informiert sich über Nachbarschaftshilfe
Soziale Feuerwehr

"Bei der Nachbarschaftshilfe geht es darum, die Not zu lindern, unbürokratisch, zeitnah, zuverlässig und mit Freude." Zitat: Monika Fruth, Projektleiterin und Koordinatorin der Ammerthaler Nachbarschaftshilfe
Politik
Ammerthal
11.06.2016
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Ein Projekt, das funktioniert, ein soziales Netzwerk, das so etwas wie die soziale Feuerwehr von Ammerthal ist - viel Lob erfuhr die Nachbarschaftshilfe bei der Sitzung des Gemeinderats.

Ammrthal. (e) Die Präsentation der Nachbarschaftshilfe in nahm breiten Raum ein bei der Zusammenkunft. Koordinatorin Monika Fruth, die seit 2015 Projektleiterin ist, nannte als Leitsatz: "Nicht wegschauen, sondern aktiv werden." Dem komme das Projekt Nachbarschaftshilfe nach, was sie mit Zahlen belegte: "Unsere drei Ehrenamtliche Helfer, die lediglich ihre Fahrtkosten mit 35 Cent pro Kilometer vergütet bekommen, haben in den vergangenen 15 Monaten 169 Einsätze geleistet." Und seit ein paar Monaten gebe es sogar noch drei zusätzlich Helfer, die sich nur um ausländische Familien kümmerten, sagte Fruth.

Ausgezeichnet vernetzt


Diese Frau an der Spitze der Nachbarschaftshilfe ist nach Ansicht des Gremiums eine geradezu ideale Besetzung und eine erstklassige Kombination: Seniorenbeauftragte, darüber hinaus im Pfarrbüro, gut ausgebildet - eine bessere Vernetzung könne es nicht geben. Das Projekt wird vom bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Frauen gefördert.

Ob die Nachbarschaftshilfe in Ammerthal wie bisher weiter laufen soll oder nicht, damit hatte sich der Gemeinderat zu befassen, er tat das in der nicht-öffentlichen Sitzung. Dass dabei ein klares Ja herauskommen sollte, war dem Kommentar von Bürgermeisterin Alexandra Sitter zu entnehmen, die die Nachbarschaftshilfe für absolut notwendig erachtete und lobte: "Ihr macht einen großartigen Job" - kein Gemeinderat widersprach ihr in diesem Punkt.

"Bei der Nachbarschaftshilfe geht es darum, die Not zu lindern, unbürokratisch, zeitnah, zuverlässig und mit Freude", betonte Monika Fruth, als sie das Projekt vorstellte. Damit wolle die Gemeinde Ammerthal ein soziales Netzwerk der gegenseitigen und vor allem generationsübergreifenden Hilfe ermöglichen, sagte sie. Grundvoraussetzung sei die Bereitschaft, unentgeltliche Hilfe anzubieten und auf der anderen Seite auch die Hilfe anzunehmen.

Die Überalterung der Gesellschaft verstärkt im ländlichen Raum den Bedarf an Betreuung und Pflege, an Versorgungssichertheit, immer mehr entfernt wohnende Kinder, der Wunsch, so lange wie möglich daheim zu wohnen - die Gründe, eine Nachbarschaftshilfe in Anspruch zu nehmen, sind auch in Ammerthal vielschichtig. Die Vorteile liegen auf der Hand: Zwischen Hilfsbedürftigem, Koordinator und ehrenamtlichen Helfern wird ein soziales Netzwerk geknüpft.

Die Ammerthaler Nachbarschaftshilfe bietet Besuchsdienste, Wohnungsbetreuung, Haushalts- und Einkaufshilfen, Unterstützung in Haus und Garten, Hilfe bei Behördengängen, Fahrdienste oder Seniorentreffen an. Monika Fruth gewährte den Gemeinderäten Einblick in die tägliche Arbeit.

Schweigen ist Pflicht


Für die Helfer sei die Schweigepflicht oberstes Gebot. Sieht man einmal von der Kilometerpauschale ab, seien monetäre Reichtümer nicht zu erwerben. Aber ideell hoch anzusiedeln sei, dass die älteren Menschen das Engagement der Helfer, die mit Ausweis ausgestattet und voll versichert sind, sehr schätzen. Aktive und ehrenamtliche Helfer in der Nachbarschaftshilfe werden laut Frith stets gesucht, dazu müsse ein Fragebogen ausgefüllt werden. Alle Einsätze werden protokolliert, es werden Wochenberichte erstellt. Auch finden regelmäßig Austauschtreffen mit den Nachbargemeinden Ursensollen, Hohenkemnath und der Arbeitsgemeinschaft Obere Vils/Ehenbach (AOVE) statt.

Bei der Nachbarschaftshilfe geht es darum, die Not zu lindern, unbürokratisch, zeitnah, zuverlässig und mit Freude.Monika Fruth, Projektleiterin und Koordinatorin der Ammerthaler Nachbarschaftshilfe
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