Neues Verkehrskonzept tritt offiziell in Kraft
Ammerthal gilt als Modell

Lokaltermin am Mühlweg (von links): Gemeinderat Dr. Hans Lang, Hauptkommissar Stefan Martin, Oberkommissar Franz Gummermann, Mario Flierl, Bürgermeisterin Alexandra Sitter und Polizeichef Robert Hausmann. Bild: e
Politik
Ammerthal
09.04.2016
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Die Gemeinde ist fit für die Zukunft - in jedem Fall was das Verkehrskonzept betrifft, das nun auch rechtlich abgesichert ist. Das hat Ammerthal jetzt, nachdem lange Zeit nach dem richtigen Weg gesucht wurde, sozusagen von höchster Stelle bestätigt bekommen.

Ammrthal. (e) Mehr noch: Jetzt hat ganz ein ordnungsgemäßes Verkehrskonzept: "Dieser Schritt war wichtig. Die Ammerthaler Verkehrsführung kann man jetzt durchaus als Modell bezeichnen mit einer Signalwirkung für andere Gemeinden, jetzt besteht Rechtssicherheit." So jedenfalls setzten Polizeidirektor Robert Hausmann, Chef der Inspektion Amberg, und die beiden Verkehrsexperten Hauptkommissar Stefan Martin und Oberkommissar Franz Gummermann einen Schlusspunkt unter die schon seit 1992 schleppend laufenden Bemühungen, in Ammerthal eine sichere Verkehrsführung zu erreichen.

Nicht eingehalten


Immer wieder wurde bei Verkehrsschauen mit Vertretern der Unteren Verkehrsbehörde und der Polizei festgestellt, dass die Vorgaben der Straßenverkehrsverordnung - Zone- 30-Gebiete für den gesamten Ort Ammerthal - nicht eingehalten worden sind. Deshalb wurde zusammen mit der Polizeiinspektion Amberg und den zuständigen Gemeinderäten Mario Flierl und Dr. Hans Lang ein Konzept entwickelt, das jetzt allen rechtlichen Vorgaben standhält. Die Experten der Polizei hatten sich zusammen mit Bürgermeisterin Alexandra Sitter, Lang und Flierl nun in geschlossen eingefunden, um die komplette Umsetzung des Konzeptes festzustellen und, wenn man so will, offiziell in den Dienst zu stellen.

Sichere Verhältnisse


Inspektionsleiter Robert Hausmann wartete dabei mit aktuellen Zahlen auf: So habe es im Gemeindegebiet im Jahr 2015 gerade mal 17 Unfälle gegeben, das sei für die Kommune nicht viel und "spricht für sichere Verkehrsverhältnisse im Gemeindebereich", konstatierte er. Zwar sei jeder Unfall einer zu viel, hieß es seitens der Polizei, doch wären die fünf Unfälle bisher im Jahr 2016 tragbar, noch dazu seien drei davon Wildunfälle gewesen.

Viel Lob gab es seitens der Bürgermeisterin auch an die Polizei: "Die hat sich viel Zeit genommen und die Gemeinde in hervorragender Weise beraten." Sitter erinnerte daran, dass es im Vorfeld auch negative Stimmen gegeben habe. Jetzt aber könne Ammerthal in Sachen sicherer Verkehrsführung eine Vorreiterstellung einnehmen. Sanktioniert sind auch die Maßnahmen Nordgaustraße und Am Vogelherd: Die Sperrungen dort sind aufgrund der ermittelten Verkehrslast völlig in Ordnung.

Dr. Hans Lang bekräftigte den Dank an den Amberger Inspektionsleiter und seine Kollegen für die gute Zusammenarbeit, die zu einer erheblichen verkehrstechnischen Verbesserung geführt habe. Bei der Zusammenkunft wurden auch weitere Verbesserungsvorschläge und Anregungen des Bürgerforums diskutiert und bewertet.

Stets offenes Ohr


So soll zum Beispiel am unteren Dorfplatz in der Kurve des Mühlwegs als Orientierungshilfe eine Mittellinie angebracht werden. Ferner könnten im Bereich von Schule und Kindergarten Elemente aufgestellt werden, die auf Gefahrenzonen hinweisen. Die Bürgermeisterin betonte, dass die Gemeinde für weitere Vorschläge stets ein offenes Ohr habe. Alle ließen sich nicht umsetzen. Bei der nächsten Verkehrsschau, die turnusmäßig im Herbst 2016 in Ammerthal stattfinde, sollten die weiteren Vorschläge thematisiert werden.

Welche Änderungen haben sich für Ammerthal ergeben?

Die für die alle Ortsteile geltenden Tempo-30-Zonen wurden aufgehoben. Lediglich im Ortskern von Oberammerthal sowie in den Wohngebieten von Viehberg wurden Tempo-30-Zonen eingerichtet. In weiteren Ortsteilen wurde darauf verzichtet, da kurze Straßenlängen oder -kurven keine höheren Geschwindigkeiten erlauben und kein zu umfangreicher Schilderwald entsteht.

Die Hauptverkehrsstraßen wurden einer Rechts-vor-Links-Regelung unterworfen. Damit sei den Wünschen der Bürger entsprochen worden, keine "vorfahrtsberechtigten Rennstrecken" entstehen zu lassen.

Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h am Mühlweg (unterhalb der Grundschule) sowie die Vorfahrtsregelung an der Steigung WeEinberg blieben unverändert, im Wohngebiet der Nordgaustraße und Am Vogelherd wurde eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 7,5 Tonnen eingerichtet, damit der Schwerlastverkehr nur die Hauptstraße nutzt.
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