Viele Diskussion gehen dem Ammerthaler Kreuzweg voraus
Rat sagt Amen zu Vaterunser-Weg

Politik
Ammerthal
01.08.2016
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Der Vaterunser-Weg - seit längerem schon sorgt der geplante Kreuzweg im Ammerthaler Gemeinderat für Diskussionen. Nun gab das Gremium grünes Licht, wenn auch nicht einmütig.

Ammrthal. (e) Wie bekannt, hat sich beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" bestens platzieren können, worauf Bürgermeisterin Alexandra Sitter in der Sitzung mit einigem Stolz hinwies. Sie tat das im Zusammenhang mit der Diskussion um den geplanten sogenannten Vaterunser-Weg. Der war ihrer Meinung nach ein ganz wesentlicher Grund für das herausragende Abschneiden. Und das, obwohl der Kreuzweg erst in der Planung ist.

Stellungnahmen abwarten


Dem Gremium listete Sitter den Sachstand chronologisch auf: Im Dezember 2015 wurde der Antrag auf Städtebauförderung eingereicht, laut Bewilligungsbescheid vom 13. Juni belaufen sich die beantragten Kosten auf 95 877 Euro, die förderungsfähigen Kosten wurden mit 87 900 Euro (abzüglich Leader-Mittel) beziffert. Nächste Schritte sind nun die Ausschreibung der Maßnahme und der daneben zu bauenden Wasserleitung. Laut Sitter stehen dafür noch die Stellungnahmen und die baufachliche Prüfung der Kommunalaufsicht, des Behindertenbeauftragten und die bauaufsichtliche Stellungnahme des Landratsamts aus. Baubeginn soll im Oktober sein.

Nach Rücksprache mit dem Planungsbüro SHL aus Weiden seien alle Stellungnahmen in den nächsten zwei Wochen zu erwarten, und zwar ohne Einwände, informierte die Bürgermeisterin. Letztlich beschloss der Gemeinderat (8:3), das genannte Planungsbüro unter Vorbehalt der noch ausstehenden Stellungnahmen mit der Ausschreibung zu beauftragen.

"Alleinstellungsmerkmal für Ammerthal" nannte Dr. Hans Lang (BFA) den Vaterunser-Weg, ein "goldenes Stück für unsere Gemeinde" ist der Kreuzweg für Mario Flierl (UWG), die "Planungen sind sehr gut, es ist ein guter eingeschlagener Weg, der jetzt in Einklang mit der Wasserleitung zu bauen ist", sagte Stephan Koller (BFA). Die Mehrheit des Gemeinderats jedenfalls sah in dem Vaterunser-Weg ein herausragendes Element für die Gemeinde, bestückt mit zehn Bildern der Ammerthaler Künstlerin Wilhelmine Müller.

Nicht einverstanden war Gerhard Schuller (CSU), der wollte das Projekt zurückgestellt und schon gar nicht an dem vorgesehenen steilen Hang verwirklicht haben. Seiner Meinung nach wären der Dorfplatz oder der Friedhof bessere Standorte. Was Jutta Birner (UWG) und Hans Lang zurückwiesen: "Der Vaterunser-Weg ist ein Kreuzweg und der führt nun mal bergauf. Am Dorfplatz müssten wir im Kreis rumgehen, das ist doch kein Kreuzweg", sagte Lang. Und Birner stellte fest, dass in den Planungen nie eine andere Strecke zur Debatte gestanden sei als der traditionelle Weg, den auch der Pfarrer immer gegangen sei. Nun plötzlich würden Dorfplatz und Friedhof ins Spiel gebracht.

Ganz andere Dimensionen


Georg Paulus (CWG) meinte, dass der Weg jetzt ganz andere Dimensionen annehme als vorher, durch den erforderlichen Wasserleitungsbau müsse eine neue Kostenschätzung durchgeführt werden. Die Mehrzahl fand das nicht und brachte den Kreuzweg sozusagen auf den Weg.

Nur mit GenehmigungAn sich war es eine Lappalie, dem Ammerthaler Gemeinderat aber doch ein paar Sätze wert, weil die Verwendung halt nicht einfach so erlaubt ist und der gemeindliche Genehmigung bedarf. Es ging um das Gemeindewappen.

In Bayerns Gemeindeordnung ist der Umgang mit Gemeindewappen, wie auch Ammerthal eines hat, festgezurrt: Demnach dürfen Wappen und Fahnen von Dritten nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Kommune verwendet werden. Trotzdem hat der Förderverein der Kindertagesstätte das Wappen der Gemeinde genutzt, ohne vorher zu fragen. Er hat's halt nicht gewusst und deshalb nachträglich um Erlaubnis gebeten. Was natürlich auch einstimmig nachgenehmigt wurde - aber nur zur einmaligen Verwendung. (e)
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