Festival der vergebenen Chancen
Hitzige Partie in Ammerthal: Vier Tore, drei Platzverweise

Da hatte es noch geklappt: Tom Abadjiew feiert sein Tor zum 1:0. Bild: ref
Sport
Ammerthal
20.11.2016
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Michael Jonczy (Mitte) landet im Tor - der Ball aber nicht. Tom Abadjiew (rechts) kann's nicht fassen, wieder ist eine hunterprozentige Chance vergeben. Bild: ref

Was für ein turbulentes Bayernligaspiel zwischen der DJK Ammerthal und dem 1. FC Sand, in dem sich die Ereignisse in einer überaus kuriosen Schlussphase geradezu überschlagen. Die über 500 Zuschauer bekommen eine Partie zu sehen, in der so ziemlich alles geboten wird, darunter vier Tore und drei Platzverweise.

Das Spiel war zudem gespickt von vielen höchst kniffligen Schiedsrichterentscheidungen. Bitter für die DJK waren die zwei roten Karten für Michael Jonczy und Marcel Fürsattel, zudem musste Ammerthals Wirbelwind Tobias Laurer mit einer klaffenden Fleischwunde am Knie ausgewechselt und in Krankenhaus eingeliefert werden.

Auf tiefen Boden entwickelte sich eine packende und sehenswerte Partie von beiden Seiten, in der es die DJK fahrlässig verpasste, speziell im ersten Durchgang die Partie klar für sich zu entscheiden. Am Ende musste sich die Elf von Jürgen Press gegen die tapfer kämpfen Gäste nach hochdramatischen 90 Minuten mit einen 2:2 Unentschieden zufrieden geben, nachdem die DJK aus dem Chancen-Festival der ersten 45 Minuten kein Kapital schlagen konnte.

DJK-Trainer Jürgen Press blieb zwar im achten Spiel unter seiner Regie ungeschlagen, doch auch er trauerte den vergebenen Chancen hinterher: "Wir waren vor diesem Gegner gewarnt, haben versucht Fußball zu spielen und haben uns auch sehr viel Torchancen erspielt. Hätten wir den zweiten Treffer nachlegen können, wäre die Messe wohl gelesen gewesen. Dennoch bewies meine Mannschaft eine tolle Moral und kam nach dem Rückstand eindrucksvoll zurück. Der Ausgleichstreffer war mehr als hochverdient", sagte Press.

In der 12. Minute schien das Spiel seinen Lauf zu nehmen, nachdem Tom Abadjiew einen klasse Pass von Benjamin Burger zur 1:0-Führung nutzte. Nur wenig später hatte Michael Jonczy nach Pass von Abadjiew das 2:0 auf dem Schlappen, der Torjäger vergab. Nur eine Minute später folgte die nächste Großchance wiederum durch Jonczy, doch er ließ auch diese Ding liegen. Schrecksekunde für Ammerthal nach 20 Minuten, als Marc Fischer bei einem Distanzschuss nur die Latte traf.

Die restlichen 25 Minuten vor dem Seitenwechsel hätten eigentlich reichen müssen, um für ganz klare Verhältnisse auf dem Platz zu sorgen: Was hier an Top-Chancen seitens der DJK versemmelt wurden, passte schon nicht mehr auf die berühmte Kuhhaut. Dominik Haller (28.), Tom Abadjiew (30./32.) und Michael Jonczy (34.) hatten es allesamt nicht fertig gebracht, nacheinander vier (!) Hundertprozentige zu verwerten, so ging es statt einer möglichen 3:0- oder gar 4:0-Führung nur mit einem magern 1:0 in die Pause.

"Wir hatten Riesenglück dass es hier aus unsere Sicht nur 0:1 stand. Wir wussten was uns in Ammerthal erwartet, haben auch in der ersten Halbzeit nicht gut verteidigt. Aufgrund der zweiten Halbzeit denke ich schon das wir den Punkt am Ende aufgrund unseres kämpferischen Einsatzes verdient haben", sagte Gästetrainer Uwe Ernst.

Auch gleich nach Wiederbeginn erarbeitete sich die DJK gleich durch Tobias Laurer die nächste Gelegenheit, doch auch er zielte nach einem klasse Solo frei vor den Tor um Millimeter am langen Pfosten vorbei. Es kam, wie es kommen musste: Die Gäste glichen nach einem fragwürdigen Foulelfmeter durch Andre Karmann zum 1:1 aus (50.). In der 58. Minute stand der Spielverlauf dann vollends auf dem Kopf, nachdem Florian Gundelsheimer einen Konter zum 1:2 abschloss. Ammerthal steckte nicht auf und bewies Moral, kam eindrucksvoll zurück, drängte vehement auf den Ausgleich, der mehrmals in der Luft lag. In dieser Druckphase ergaben sich logischer Weise zahlreiche Konterchancen der Gäste, die aber immer wieder am überragenden DJK-Keeper Marcel Schumacher scheiterten.

Eine klare Notbremse an Tobias Laurer blieb zur Verblüffung der zahlreichen Zuschauer in der 62. Minute ungeahndet. Beide Team lieferten sich auf dem immer tiefer werdenden Untergrund weiter einen offenen Schlagabtausch mit Chancen im Minutentakt. Die bis dahin besten Möglichkeit zum Ausgleich vergab Jonczy in der 80. Minute. Ammerthal ließ nicht locker und drängte mit aller Macht auf das längst verdiente Unentschieden. In der 85. Minute war es soweit, nachdem Jonczy eine Hereingabe von Abadjiew zum 2:2-Ausgleich in die Maschen donnerte.

In diesem intensiven Spiel erhitzten die beiden fragwürdigen roten Karten für Marcel Fürsattel (88.) und Michael Jonczy (90.) nochmals die Gemüter.

Hätten wir den zweiten Treffer nachlegen können, wäre die Messe wohl gelesen gewesen.Jürgen Press, Trainer der DJK Ammerthal
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