Fußball
"Positiver Druck"

Einiges zu tun gab es für Keeper Marcel Schuhmacher (Mitte) in der ersten Hälfte beim Spiel seiner DJK Ammerthal gegen die SpVgg Lam. Bild: brü
Sport
Ammerthal
25.04.2016
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Drei Treffer, Elfmeter verschossen - alles binnen weniger Minuten: Was für eine dramatische Schlussphase in Ammerthal. Die Zuschauer bekommen ein irres Finale zu sehen, in der Nico Becker zum Helden wird.

"Es war eine erste Halbzeit zum Vergessen, mit wenig Bewegung, wir haben nicht ins Spiel gefunden und hätten deutlich im Rückstand liegen müssen, die Mannschaft wollte, aber es lief nicht", sagte DJK-Trainer Torsten Holm und fügte an: " Wir hatten im Gegensatz zu Lam einen positiven Druck, weil wir um die Meisterschaft spielen. Ich appellierte an meine Mannschaft und erwartete im zweiten Durchgang eine Trotzreaktion, die auch kam. Sie hat bis zum Schluss an sich geglaubt." Eine Erklärung für den 3:2-Sieg der DJK Ammerthal über die SpVgg Lam, der in letzter Sekunde zustande kam.

Zunächst knüpfte die DJK nahtlos an die blutleere Vorstellung von Hauzenberg an und hätte zur Halbzeit klar im Rückstand liegen müssen. Es war dem überragenden DJK-Schlussmann Marcel Schumacher zu verdanken, der seine Mannschaft im Spiel hielt. Nicht die DJK war das dominierende Team auf dem Platz, sondern der abstiegsbedrohte Gast aus Lam, der sich reihenweise beste Torchancen erspielte, oftmals unter kräftiger Mithilfe der Platzherren. Aber erst in der 39. Minute gelang es Pavel Dobry, eine der zahlreichen Gelegenheiten zum 0:1 zu nutzen.

DJK-Trainer Torsten Holm beorderte bereits frühzeitig aufgrund des pomadigen Auftritts seine komplette Ersatzbank zum Warmlaufen. Und es gab in der Halbzeit scheinbar ein Donnerwetter, denn seine Elf kam wie umgewandelt aus der Kabine und war nun eindeutig Herr auf dem eigenen Platz. Lam konnte sich kaum noch aus der Umklammerung befreien, der Druck wurde immens. Dennoch hatte der Gast nach einem Fehlpass von Dominik Haller durch Dobry die Möglichkeit auf 2:0 zu erhöhen, jedoch war wieder einmal bei Schumacher Endstation (52.).

Es folgte ein Sturmlauf der Ammerthaler, der Ausgleich lag mehrmals in der Luft. Chancen im Minutentakt waren die Folge. Nico Becker (55.), Thomas Kotzbauer (57.) und Michael Jonczy (61.), der mit einem herrlichen Lupfer nur das Aluminium traf, hätten den Ausgleich erzielen können.

Diesen besorgte Johannes Kohl nach einem Freistoß von Nico Becker. Gästetorwart Christopher Bergmann rückte immer mehr in den Mittelpunkt und avancierte zum besten Mann seines Teams. Bei weiteren Großchancen durch Jonczy (66.), Florian Danner (71.) und Lukas Papadopoulos war der Teufelskerl zur Stelle und vereitelte die Ammerthaler Führung.

Es kam knüppeldick für die DJK, nachdem Lam aus dem Nichts durch ein kapitales Missverständnis in der DJK-Hintermannschaft völlig überraschend durch Samuel Burgfeld in der 81. Minute mit 2:1 in Führung ging. Danach überschlugen sich die Ereignisse. In der 84. Minute senste Torwart Bergmann Ammerthals Torjäger Michael Jonczy im Strafraum um. Benjamin Burger trat zum Strafstoß an und scheiterte an Bergmann. Was für eine Moral der Ammerthaler Mannschaft, die nach diesem Missgeschick weiter an sich glaubte und das Spiel in einer unglaublichen Art und Weise noch zu ihren Gunsten drehte. Jonczy wurde nach dem Foul, das zum Elfmeter führte, minutenlang von Ammerthals Pyhsio Klaus Kaufmann behandelte und schließlich wieder auf das Spielfeld beordert. Von hieraus zog er durch und knallte einen Querpass von Becker zum 2:2 in die Maschen.

Die Krönung dieser außergewöhnlichen Partie folgte in der Nachspielzeit, als Nico Becker, der Tags zuvor noch seine Angelina den Trauring ansteckte, auf Zuspiel von Jonczy den vielumjubelten 3:2-Siegtreffer markierte.

"Was soll ich nach so einem Spiel noch sagen, wir hatten die Möglichkeit verpasst im ersten Durchgang alles klar zu machen", sagte Gästetrainer Franz Aschenbrenner.
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