Fußball
SpVgg SV Weiden verliert in Ammerthal 0:3

Verkehrte Gefühlswelt: Während die Ammerthaler Mario Zitzmann, den Torschützen zum 2:0, unter einer Jubeltraube begraben, schleichen die Weidener (von links) Benjamin Werner, Michael Riester und Christoph Hegenbart bedröppelt Richtung Anstoßpunkt. Bild: ref
Sport
Ammerthal
06.11.2016
425
0

Das Debüt von Franz Koller als Trainer der SpVgg SV Weiden geht gründlich in die Hose. Im Derby bei der DJK Ammerthal setzt es eine 0:3-Pleite. Der Neu-Coach ist nach dem Schlusspfiff bedient, kennt aber auch die Gründe für die neuerliche Niederlage.

Das hatte sich Franz Koller ganz anders vorgestellt: Nach der vierten Pleite in Folge rutschte die Wasserwerk-Elf in der Bayernliga Nord auf einen Relegationsplatz ab. Dabei hatte die Begegnung vor 500 Zuschauern verheißungsvoll begonnen. Obwohl nur auf zwei Positionen verändert, Florian Reich und Johannes Scherm ersetzten die kurzfristig verletzungsbedingt verhinderten Thomas Wildenauer und Ibrahima Devrilen, stand eine andere Mannschaft auf dem Platz als noch beim blutleeren Auftritt eine Woche zuvor gegen Aubstadt.

Aggressiv, giftig, laufstark und energisch gegen den Ball arbeitend verschafften sich die Koller-Schützlinge vom Anpfiff weg Respekt. "Wir standen defensiv sehr diszipliniert und kompakt. Aus dem Spiel ließen wir keine gegnerischen Chancen zu", lobte Koller im Anschluss.

Starke DJK-Defensive


Allerdings offenbarte sich bereits zu einem solch frühen Zeitpunkt in der Partie die Weidener Achillesferse: Die Offensivbemühungen und Aktionen bei eigenem Ballbesitz wirkten nach wie vor ideenlos. Lediglich wenn es nach Ballgewinn schnörkellos und über wenige Stationen in die Spitze ging, entstand so etwas wie Gefahr vor dem Ammerthaler Gehäuse. Hegenbart (5.) und Werner (20.) hinterließen erste Duftmarken, waren ansonsten bei den überragenden Kohl und Zitzmann in der hintersten DJK-Reihe abgemeldet. Mitte der ersten Hälfte übernahm die Heimelf zunehmend das Kommando während die SpVgg SV aufgrund einer zu hohen Fehlpassquote kaum mehr für Entlastung sorgen konnte. Zunächst verweigerte der Unparteiische einem Treffer von Haller wegen eines vermeintlichen Vergehens an Torwart Forster noch die Anerkennung (24.).

Kurz vor dem Pausenpfiff leistete sich Reich in der Offensive einen verhängnisvollen Ballverlust. Den folgenden DJK-Konter schloss der bullige, aber immens quirlige Torjäger Jonczy gegen Jobst mit links ins lange Eck ab. Vom Innenpfosten prallte der Ball zur Führung ins Netz. "Das war ein Genickschlag so kurz vor der Halbzeit. Wir müssen das besser verteidigen und können mit ein bisschen mehr Cleverness sogar eine Überzahlsituation herstellen. Das war zu einfach", analysierte Koller.

Nach dem Wechsel brach die SpVgg SV nicht, wie so oft in den letzten Wochen, mental auseinander. Sie rannte immer wieder an, hatte mit dem Ball am Fuß aber zu wenig Lösungen parat. Und dann leistete sich auch noch die Defensive einen Aussetzer. Nach einem Freistoß von der rechten Außenlinie von Friedrich Lieder, stand Innenverteidiger Zitzmann mutterseelenallein am langen Pfosten und erhöhte per Direktabnahme auf 2:0. "So etwas darf uns nicht passieren. Wir hatten eine klare Zuteilung", schimpfte der neue Trainer nach der Partie.

Hektik am Ende


Danach entwickelte sich eine Auseinandersetzung mit Derbycharakter. Giftige Zweikämpfe, Hektik und eine Rudelbildung prägten die Schlussphase, in der der besonnene Schiedsrichter Bode stets der ruhende Pol blieb. Der eingewechselte Kießling machte noch einmal etwas Alarm, alles in allem waren die Weidener Offensivbemühungen aber nicht zwingend genug. Das 3:0 quasi mit dem Schlusspfiff durch Laurer fiel nicht weiter ins Gewicht.

"Nächste Woche steht ein richtungsweisendes Match gegen Frohnlach an. Bis dahin müssen wir unseren Aktionen mit dem Ball viel mehr Kreativität und Entschlossenheit verleihen. Statt quer und zurück, müssen wir auch einmal mehr Risiko gehen und die Bälle tief spielen", blickte Koller direkt nach der Partie schon wieder voraus.

Statt quer und zurück, müssen wir auch einmal mehr Risiko gehen und die Bälle tief spielen.SpVgg-SV-Trainer Franz Koller
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.