Jugendliche aus Israel in Ammerthal
Freundschaft lässt durchatmen

Solche riesige Pferde hatten die Gruppenleiter (von links) Iftach, Hadas und Benjamin vorher noch nicht gesehen.
Vermischtes
Ammerthal
17.08.2016
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Neun Tage Großeinsatz des Modiin-Vereins Ammerthal haben sich gelohnt: Die Jugend war vom Programm des Jugendaustauschs 2016 begeistert. Bilder: oe (3)

Neun Tage lang begrüßten sich viele in Ammerthal mit Shalom, was Frieden heißt. Seit 27 Jahren gibt es einen Jugendaustausch mit Israel. Aus Hevel Modiin waren diesmal zwölf israelische Jugendliche und ihre Begleiter zu Gast in Ammerthal.

Der Verein zur Pflege der Partnerschaft Ammerthal-Modiin (Modiin-Verein) hatte rund 25 Aktivitäten auf die Beine gestellt, um den Besuchern Kultur, Geschichte und Landschaft näherzubringen und die Freundschaft zwischen Israel und Deutschland zu fördern. Mit den Jugendlichen und dem Leiterteam waren täglich rund 30 Personen, oft auch mehr, unterwegs. Im Hintergrund sorgten Mitglieder des Vereins und Gastfamilien für einen reibungslosen Ablauf.

Die Planung dieses Austauschs unterlag aufgrund der vielen Anschläge der jüngsten Zeit bestimmten Auflagen. So wurden beispielsweise Massen-Veranstaltungen und längere Aufenthalte in Großstädten gemieden. Großartige Unterstützung gaben heimische Vereine. Der TST stellte für mehrere Tage den Stodlwirt kostenfrei zur Verfügung. Die Dorfgemeinschaft Götzendorf versorgte alle Beteiligten mit Pizzen. Die Kirwaleut zeigten ihre Tänze - natürlich in Dirndln und Lederhosen, was den Gästen besonders gut gefiel. Am ersten gemeinsamen Tag im Kloster Ensdorf waren Sport, Spiel und Spannung angesagt. Bildungsreferentin Viktoria Kirschner gelang es, mit Kennenlern-Runden und Kooperationsübungen alle schnell zusammenzuführen.

Erstaunt übers Grün


Zu einem Empfang im Rathaus hatte Bürgermeisterin Alexandra Sitter auch die Gastfamilien eingeladen. Alle Israelis durften sich in das Goldene Buch eintragen und stellten fest, dass sich hier bereits viele Gäste aus Israel verewigt haben. Bei einer Kutschenfahrt mit den Kaltblutpferden von Stefan Hofmann aus Ehringsfeld waren Hadas und Iftach, die beiden Jugendleiter aus Modiin, erstaunt: Wo man hinschaut - alles grün! Begeistert waren sie von der reinen Luft in den Wäldern. "Hier kann man ganz tief durchatmen", meinte Iftach.

Das Shabbat-Wochenende verbrachten die Gäste in der Amberger Synagoge. Hier zahlte sich der gute Kontakt des Modiin-Vereins zur israelitischen Kultusgemeinde aus. Rabbiner Elias Dray lud ein zu Gebet und Shabbatfeier. Die Gruppe besuchte auch die Stelle an der Vils, wo vor sechs Jahren ein Israeli tödlich verunglückt ist. Gemeinsam beteten die Jugendlichen für den verstorbenen Gili und hängten symbolisch eine Laterne auf. Für den Besuch des Konzentrationslagers in Dachau hatte der Modiin-Verein eine hebräische und eine deutsche Führung organisiert, um damit auch die Wichtigkeit dieses Besuches unterstrichen. Es war den jungen Leuten anzusehen, dass die Perfektion der Greueltaten des Naziregimes nicht zu verstehen ist. In einer gemeinsamen Zeremonie beteten die Jugendlichen, dass so etwas nicht mehr vorkommen darf.

Appell: Kontakt halten


Durch die vielen gemeinsamen Aktivitäten wurden viele Freundschaften geschlossen. Gerhard Doerfler, Vorsitzender des Modiin-Vereins, forderte die jungen Leute auf, Kontakt zu halten und sich auch privat zu besuchen: Modiin oder Ammerthal seien auf Whatsapp schließlich nur einen Click voneinander entfernt.
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