Unter-Uns-Schützen und ihr Heim vor ungewisser Zukunft
Schützen müssen Weichen stellen

An der Vorderansicht des Unter-Uns-Schützenheimes würde sich auch im Fall eines Anbaues nichts ändern. Eine mögliche Erweiterung käme nur auf der Rückseite zur ehemaligen Schachtanlage Maffei hin infrage. Bild: cs

Die Zukunft des Vereins und seines Domizils wird die Unter-Uns-Schützen in nächster Zeit immer wieder beschäftigen. Spätestens in vier Jahren will sich Josef Geyer, der sich über Jahrzehnte der Doppelbelastung als Schützenmeister (30 Jahre) und Verantwortlicher für den Wirtschaftsbetrieb (25 Jahre) stellte, zurückziehen.

Nitzlbuch. Noch ist Zeit für wohlüberlegte Lösungen, einen gangbaren Weg über die mittelfristige Ausrichtung für den Verein und das Schützenheim zu finden. Dass sich die Schützen darüber Gedanken machen, zeigte sich in der als Tagesordnungspunkt ausgewiesenen Aussprache. Aufhorchen ließ der Vorschlag aus der Jugend: Paul Syttny zeigte eine Alternative mit der Verlegung der Schießstände in das Dachgeschoss auf, zumal bereits alle Anschlüsse vorhanden sind.

Ob am Ende das Schützenheim, getrennt vom Schießbetrieb, von einem Pächter betrieben wird, muss in den künftigen Planungen entschieden werden. Die Möglichkeit dazu jedenfalls besteht ab 2017 mit dem Ablauf der 25-jährigen Bindungsfrist des Staates. Die einfachste Variante wäre, so Geyer, jemanden zu finden, der so weitermacht, wie bisher. Von rechtlicher Seite sehe er keine Schwierigkeiten, da der Verein Konzessionsträger ist.

"Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Interessenten für die Fortführung des Wirtschaftsbetriebes zu finden. Aber egal, welchen Weg wir gehen, es müssen gewisse Umbauten erfolgen, außer wir fahren alles zurück und lassen es so wie es ist, dann ist in vier Jahren Schluss." Eine Verpachtung würde Veränderungen im Schießbetrieb mit sich bringen. Geyer warf den 70 Meter langen, derzeit stillgelegten offenen Feuerwaffenschießstand in die Runde. Ständig der Witterung ausgesetzt, leidet massiv die Bausubstanz. Wie schon früher einmal geplant, sollte man die Einhausung realisieren, ganz gleich, wie die Nutzung einmal aussehe.

Für Bedarf ausreichend


Eventuell würde sich dann die Installierung von fünf bis sechs Luftgewehrschießständen anbieten, was für den derzeitigen Bedarf ausreichend wäre, unter gleichzeitiger Nutzung einer verkleinerten Feuerwaffenanlage. Mit einer Reduzierung der jetzigen Schießstände wäre Platz für Schränke zur Aufbewahrung der Schießutensilien. "Tun müssen wir etwas, und die Voraussetzungen dafür müssen jetzt geschaffen werden", mahnte Geyer eindringlich.

Die Sportanlage führen


Der Verein braucht diese Einnahmen aus dem Wirtschaftsbetrieb für die Finanzierung des Gebäudeunterhalts und zur Begleichung der restlichen Schulden im Zusammenhang mit dem Bau des Schützenheimes. Überlegungen werden sollte, ob man in Zukunft weiterhin selbstständig die Sportanlage führen oder sich mit einer anderen Institution zusammenschließt. Auch die enormen Veränderungen beim Wirtschaftsbetrieb und im Vereinsleben brachte der Schützenmeister ins Spiel. Andere Freizeitaktivitäten seien bei den nachfolgenden Generationen gefragt. Selbst ortsansässige Mitglieder kehrten dem Verein den Rücken, weil sie mit dem Schießsport nichts mehr am Hut haben. Trotz vieler Anstrengungen zur Belebung des gesellschaftlichen Angebotes sei die Annahme ausgeblieben. Außerdem fehlten Leute, die Verantwortung tragen.

Das Training mit zwei bis drei Erwachsenen und vielleicht vier Jugendlichen sei enttäuschend. Stark nachgelassen habe die Bereitschaft zur Teilnahme am Rundenwettkampf. "Es fehlt an der Motivation", beklagte der Schützenmeister. "Oft gelingt es nicht, überhaupt drei Schützen zu mobilisieren. Ein ähnliches Problem stellt sich mit der Jugend", bilanzierte Geyer. Der Verein brauche Trainer, die Schießtechnik vermitteln.
Tun müssen wir etwas, und die Voraussetzungen dafür müssen jetzt geschaffen werden.Schützenmeister Josef Geyer


Sportliche Bilanz und MutmacherSchießleiter Thomas Heberl listete in seinem Rückblick die zahlreichen Veranstaltungen der Unter-Uns-Schützen während des vergangenen Jahres auf. Die wichtigste davon war die Vereinsmeisterschaft mit Schützenliesl Renate Gradl und Schützenkönig David Karl. In sechs Disziplinen wurden die Vereinsmeister ausgeschossen. Die Stadtmeisterschaft lag in den Händen des Vereins. Für die Unter Uns sprangen auch einige erste und weitere vordere Plätze heraus. Höhepunkte im sportlichen Bereich waren das Jubiläumsschießen bei 1890 Auerbach oder der Jahrespokal.

Am laufenden Rundenwettkampf beteiligt sich der Verein mit jeweils einer Mannschaft in der B-Klasse, in der offenen Klasse, in der Altersklasse und in der Klasse aufgelegt. Heberl kündigte für heuer den Ankauf eines Gewehrs und für 2017 neuer Schießjacken an. Von vielen Veranstaltungen berichtete Jugendleiter Joachim Kugler. Es ging los mit der Vereinsmeisterschaft für Schüler, Jugendliche, Junioren B und A.

Nur Spitzenplätze brachte die Stadtmeisterschaft für den Nitzlbucher Schützennachwuchs, wobei Johannes Kugler in der Jugendklasse mit 182 Ringen herausstach. Nicht ganz so gut lief es bei der Gaumeisterschaft in Sulzbach-Rosenberg mit mittleren Platzierungen für die Einzelschützen. In der Mannschaftswertung lief es besser.

Ein Höhepunkt war die Königswürde für Michael Syttny beim Gaupokalschießen. Beim Rundenwettkampf auf Gauebene war man mit mittleren Platzierungen noch zufrieden. Plätze im Mittelfeld erreichten die Nitzlbucher Jungschützen auch bei der Landesmeisterschaft in Pfreimd. Unumstößlich ist Joachim Kuglers Entschluss, nach 34 Jahren Verantwortung 2017 sein Amt abzugeben.

Schatzmeisterin Karoline Kugler legte die finanzielle Situation dar. Die erfreuliche Botschaft hieß: "Der Schuldenabbau konnte 2015 kontinuierlich fortgesetzt werden." Schützenmeister Josef Geyer sah den Verein in finanzieller Hinsicht auf einem guten Weg.

3. Bürgermeister Norbert Gradl war überzeugt, dass der Verein langfristig den Wirtschaftsbetrieb sicherstellen kann. "Ganz Auerbach ist dankbar, dass es das Nitzlbucher Schützenheim in dieser Form gibt", professionell geführt von Josef und Hildegard Geyer." Als eher "kritischen Bereich" bezeichnete er den sportlichen Part. "Doch mit diesem Problem hat nicht nur Unter Uns zu kämpfen."

Zumindest könne sich der Verein nach wie vor auf konstante Mitgliederzahlen, derzeit 135, und ein insgesamt funktionierendes Vereinsleben stützen. "Für die Stadt ist es wichtig, dass es weiter geht, wir brauchen einfach dieses Schützenheim", machte Gradl Mut. (cs)
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