Begeisterte Besucher, bestens aufgelegte Darsteller
Publikum springt voll an aufs Weiße Rössl

Ende gut, alles gut: Drei Paare finden sich schließlich im "Weißen Rössl", und nur der ewige Grantler Wilhelm Giesecke weiß noch nicht, ob er lachen oder zetern soll. Bilder: Förderverein Maffeispiele (2)

So darf es weitergehen: Mit dem "Weißen Rössl" erlebte das Bergbaumuseum Maffeischächte einen Saisonauftakt nach Maß. Begeisterte Besucher, bestens aufgelegte Darsteller und das Ambiente der neu gestalteten Kulturhalle sorgten für einen erfolgreichen Samstagabend.

"Schöner kann man seinen Hochzeitstag nicht feiern", meinte eine Besucherin, die zum 40. Ehejubiläum mit ihrem Mann gekommen war. Das Paar genoss wie knapp 130 andere Gäste in der ehemaligen Kompressorhalle ein Lustspiel, in dem es viel zu lachen und viele bekannte Lieder zu hören gab.

Helmut Weisser am Keyboard sang und begleitete die Schauspieler bei so bekannten Liedern wie "Es muss was Wunderbares sein", "Im Salzkammergut, da kann man gut lustig sein" oder "Im weißen Rössl am Wolfgangsee" - alle komponiert von Ralph Benatzky. Bei den Schnaderhüpfeln, die Wirtin Josepha Vogelhuber (Andrea Voigt) sang, um den ewig grantelnden Berliner Fabrikanten aufzumuntern, ließ sich das Publikum gerne zum mitklatschen und "Holladiria"-Singen animieren.

Die Besucher in der Maffei-Halle waren während des ganzen Stückes nicht nur dabei, sondern mitten drin. Die Darsteller kamen mal aus der neuen Garderobe im Ausstellungskeller, mal von außen oder auch mal - wie der Zahlkellner Leopold - vom Bewirtungsstand der Maffeianer.

Regisseur Jürgen Peter hatte die Rollen im "Weißen Rössl" sehr gut besetzt. Michael Lehner brillierte als Wilhelm Giesecke; mit typisch Berliner Schnauze grantelte und intrigierte er von der ersten bis zur letzten Minute. Sven Larch als leicht lispelnder Gelehrter Hinzelmann begeisterte ebenso wie der norddeutsche Tourist (Alfred Wruck), der zwar kurze, aber viel beklatschte Auftritte hatte.

Auch vokal hat die Amateurtheatergruppe "TiK" aus Neuenmarkt viel zu bieten. Nicolas Peter, der im "Weißen Rössl" den Pikkolo spielt, ist Mitglied der renommierten Audi-Jugendchorakademie und hatte mit der Formation erst vor wenigen Tagen Auftritte in den Hamburger Deichtorhallen. Als Zahlkellner Leopold Brandmayer gefiel Berufschullehrer Jochen Böhm. Den gerissenen Rechtsanwalt Dr. Otto Siedler verkörperte Konrad Sauerteig, im Hauptberuf Fachinformatiker. Alle Darsteller spielen in ihrer Freizeit, aber mit großer Professionalität und Begeisterung. Sie sprang auch auf Maffei mühelos auf die Zuschauer über.

Begeistert war am Ende nicht nur das Publikum, sondern auch das Ensemble. "Es war wirklich toll, mit und bei euch zu spielen", wandte sich Vorsitzende Mona-Isabelle Peter an die Mitglieder des Fördervereins Maffeispiele. Sehr zufrieden war daher auch der Veranstalter. "Es war ein klasse Saisonauftakt" freute sich Vorsitzender Michael Grüner. Das Stück habe "ein ganz anderes Publikum" in das Bergbaumuseum gelockt. Viele der Gäste waren das erste Mal zu einer Kulturveranstaltung gekommen. Im nächsten Jahr wird "TiK" am Ostermontag die Dorfposse "Passion" auf die Maffeibühne bringen.
Schöner kann man seinen Hochzeitstag nicht feiern.Reaktion einer Besucherin
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