Regen verhindert Freiluft-Musical
„My Fair Lady“ weicht aus

Eliza Doolittle nimmt in dem Musical "My Fair Lady" allerlei Verrenkungen auf sich, um Henry Higgins zu gefallen. Bild: swt

"Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen!" Wer kennt diese Melodie nicht? Und wer hat nicht schon von Eliza Doolittle gehört, wenn sie ihre Sprachübungen macht, um ihren Cockney-Akzent aus den Slums von London abzulegen? Schließlich soll sie "My Fair Lady" werden.

Auerbach. (swt) Die gut 200 Zuhörer konnten sich am Samstagabend im Kolpinghaus davon überzeugen, dass auch ein kleines Ensemble wie die Profis vom Fränkischen Theatersommer eine mitreißende Inszenierung des Musical-Klassikers hinbekommen. Eigentlich als Aufführung auf dem Unteren Markt unter freiem Himmel gedacht, mussten die Akteure doch ins Kolpinghaus ausweichen.

Das tat dem Engagement der Künstler keinen Abbruch. Mit spürbarer Begeisterung sangen und tanzten die Akteure. Allen voran eine hinreißende Stefanie Rüdell als Blumenmädchen Eliza. Mimik und Gestik, unterstützt von stimmgewaltiger Intonation der Songs wie "Wart'nur ab, Henry Higgins, wart nur ab!"

Ihr Gegenspieler Henry Higgins, seines Zeichens Sprachforscher und Professor, ausdrucksstark gespielt von Markus Veith, zeigt sich zunächst gönnerhaft abgestoßen und zugleich fasziniert von ihrer leicht ordinären Art, sich auszudrücken. Und doch reizt ihn der Gedanke, eine "Lady" aus ihr zu machen. Zum Mitklatschen luden auch die Gesangs- und Tanzeinlagen von Doolittle senior ein, gespielt von Lutz Gottfried. Der Müllkutscher, ewig pleite und im Dauerrausch, sieht seine Chance gekommen, wenn Eliza in die reiche Welt schnuppert. Doch alle Beteiligten haben die Rechnung ohne sie gemacht. Sie beweist allen, dass sie nicht dumm ist und erobert sogar das Herz des prüden Professors.

Die Premiere des Musicals in Auerbach brachte den Akteuren viel Beifall, stehende Ovationen und entließ das Publikum beschwingt. Schade, dass das Wetter eine Marktplatzaufführung nicht zuließ. Bestimmt hätte die schwungvolle Inszenierung unter der Leitung von Jan Burdinski inmitten der historischen Altstadt eine noch bessere Figur gemacht. Denn im Kolpingsaal gestaltete sich die Akustik streckenweise schwierig.

Beeindruckend übrigens auch, dass ein sehr junges Ensemble von Tänzern die Schauspieler unterstützte. Die Akteure der Cadolzburger Burgfestspiele legten öfter eine schmissige Sohle aufs Parkett. Solche Aufführungen dürfen die Macher des Auerbacher Kultursommers gerne öfter ins Programm nehmen.
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