Bayern schaut auf das Projekt

Um die Flurneuordnung "Hagenohe 2" ging es in einer Info-Veranstaltung am Dienstag. Sie umfasst Produktionsflächen, Puffersysteme und Gewässer in Richtung Ranzenthal. Bild: hfz

Das Pilotprojekt zum Hochwasserschutz aus dem Programm "boden.ständig" geht in Hagenohe in die nächste Runde. Es stößt inzwischen weit über die Auerbacher Stadtgrenzen hinaus auf Interesse.

Bürgermeister Joachim Neuß hat Hagenohe kürzlich als einziges bayerisches Projekt im Landtag vorgestellt. Gemeinsam kümmern sich dabei das Amt für Ländliche Entwicklung, das Wasserwirtschaftsamt und das Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten um Flurneuordnung und Gewässerschutz.

Sanfter Hochwasserschutz

"boden.ständig" verfolgt das Ziel, Landwirte und Grundstückseigentümer für einen sanften Schutz vor Hochwasser zu gewinnen. Am Dienstag stand eine weitere Aufklärungsversammlung in der Marksteinhalle in Hagenohe auf dem Programm. Es handelte sich um einen Pflichttermin nach dem Flurbereinigungsgesetz.

Zur Information über die Flurneuordnung "Hagenohe 2" waren Bürger eingeladen, die im betroffenen Gebiet der Stadt Auerbach und des Marktes Kirchenthumbach Grund besitzen, ob sie Landwirte sind oder nicht. Auch die Pächter landwirtschaftlicher Flächen waren angesprochen. Die vorläufige Gebietskarte lag vorher zur Einsicht in den Rathäusern der Stadt Auerbach und der Verwaltungsgemeinschaft Kirchenthumbach aus. Auf der Homepage des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberpfalz steht sie unter dem Link www.landentwicklung-oberpfalz.bayern.de/service zur Verfügung.

Vertreter der beteiligten Behörden gaben in der Versammlung Auskunft über die Maßnahmen in ihren Fachbereich. Kernpunkt waren unter anderem die Ziele des Verfahrens "Hagenohe 2". Sie betreffen die Produktionsflächen, Puffersysteme und Gewässer in Richtung Ranzenthal.

Der Schutz der Ortschaft Hagenohe vor Hochwasser stehe im Mittelpunkt, machten die Redner deutlich. Außerdem beugt man der Erosion vor. Über einen Zeitraum von zehn Jahren werden geschätzte 1,6 Millionen Euro investiert, mit 85 Prozent gefördert.

Testphase beginnt 2016

Im Frühjahr 2016 laufen erste Maßnahmen auf Testflächen an. Um sie zu untersuchen, starten im Sommer und im Herbst nach der Ernte die Begehungen. Zeitgleich soll in Gesprächen mit dem Straßenbauamt die Flurneuordnung erörtert werden.

"Ganz Bayern beobachtet dieses Projekt hier", betonte Dipl.-Ing. Georg Guggenberger. Er appellierte an die Bereitschaft der Bewirtschafter der Flächen, hier mitzuwirken: "Ohne Sie geht es nicht!"

Eine noch zu bildende Projektgruppe wählt den Plänen nach im Juli einen Vorstand. Auch der Auerbacher Rathauschef ist hier mit beteiligt. Diese Gruppe wird das gesamte Projekt begleiten und die Maßnahmen beobachten. Für den Juli ist auch eine weitere Ortsbegehung geplant. Joachim Neuß appellierte an die Versammlung, die Chance zu nutzen und mitzuarbeiten.
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