G7-Einsatz des ASB-Regionalverbandes ganz harte Sache
Helfer am Limit

"Ein Zuckerschlecken war das nicht. Wir sind alle fix und fertig", so fasst Annette Hoffmann den Einsatz des ASB-Regionalverbandes Jura beim G7-Gipfel in Elmau zusammen. "Dass es anstrengend werden wird, war uns Helfern von Beginn an klar. Dass es aber in maximal drei bis vier Stunden Schlaf pro Tag endet, hatte keiner erwartet."

Auch hatte niemand von den heimischen Kräften gedacht, nur 300 Meter vom Schloss entfernt, also in unmittelbarer Nähe des Tagungsortes, eingesetzt zu werden.

Kochen und austeilen

Gleich neben dem Hubschrauberlandeplatz war eine Feldküche aufgebaut, wo bis zu 2000 Essen durch die Kräfte aus Auerbach und Velden zubereitet wurden. Pichelsteiner-Eintopf, Reispfanne, Nudeln mit Spinat, Milchreis - durchgehend wurden die Ehrenamtlichen im Sicherheitsbereich 1 mit Essen versorgt. Um 4.15 Uhr hieß es Aufstehen, damit um 6 Uhr nach Auffahrt zum Schloss und den Sicherheitskontrollen die Arbeit begonnen werden konnte. Hoffmann: "Dann hieß es kochen, kochen, kochen - mit dem, was die Logistik an Material herangekarrt hatte. Bis zum späten Abend wurden Portionen ausgeben."

Die Rückkehr mit dem Pendelverkehr in die Jugendherberge in Mittenwald dauerte oft bis 1 Uhr am nächsten Tag. "Mit bis zu 20 Personen in einem Raum durften wir uns für ein paar Stunden hinlegen, ehe der Job um 4.15 Uhr wieder von vorne begann. Ein krasser Kontrast zu dem, wie andere residieren konnten", erklärte Hoffmann gegenüber unserer Zeitung. Am letzten Einsatztag unterstützten die Samariter noch an einem zweiten Ort eine Feldküche. Die Witterungsbedingungen gaben dann noch ihr übriges dazu, von den Helfern alles abzuverlangen: Massiver Regen durchnässte die Freiwilligen und setzte der Open-Air-Küche zu. Dass die ASB-Jura-Kräfte direkt am Tagungsort eingesetzt werden, war im Vorfeld nicht bekannt und hat alle überrascht.

Erst nach Ankunft in Geretsried erfuhren die Samariter, wo es hingeht und was zu machen ist. Die unmittelbare Nähe zum G7-Treffen ermöglichte es dann auch tatsächlich mit Bundeskanzlerin Angelika Merkl kurz in Kontakt zu kommen. Bevor die Gastgeberin am Montag in ihren Hubschrauber stieg, kam sie am Landeplatz auf eine Helfergruppe zu. "Sie hat uns allen für den Einsatz gedankt", berichtet Simone Stein, die ihr gegenüberstand.

Am Dienstagmorgen war dann der ganze Spuk vorbei. "Zusammen packen, heimfahren und ab ins eigene Bett und wieder richtig ausschlafen. Letztendlich war die fehlende vernünftige Ruhephase der Preis, den unsere Samariter dafür zu zahlen hatten im Hochsicherheitsbereich 1 zur Verpflegung der Polizisten eingesetzt zu werden", resümiert ASB-Vorsitzender Roland Löb. Er kann sich aber dem Eindruck nicht erwehren, dass die eigenen Kräfte "verheizt" wurden. "Das war ja kein ungeplanter Einsatz im Rahmen einer Katastrophe, wo gewissen Strukturen und Regeln ausgehebelt sind. Hier wurde seit langem geplant."
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