Hobby und Beruf vereinen

Im touristischen Teil ihres Aufenthalts besuchte Miriam Wiesent auch die Stierkampfarena von Sevilla.

Zusammenarbeit in Europa wird derzeit eher kritisch gesehen, wenn es um Griechenland geht. Es läuft aber auch anders - und zwar gut. Das zeigt das Auslandspraktikum, das die Auerbacherin Miriam Wiesent derzeit mit ihrer Schulfreundin Katja Grasser in Sevilla verbringt.

Beide arbeiten sieben Wochen lang im Centro Nazareno de Terapias Ecuestres La Herradura S. Coop. Andalus mit. Hinter dem Namen verbirgt sich ein Reittherapiezentrum für Kinder und Erwachsene mit Handicap.

Die beiden Mädchen besuchen im dritten Jahr die Caritas-Fachakademie für Sozialpädagogik in Bamberg. Sie wollen Erzieherinnen werden. Zum Ende des vergangenen Schuljahres 2014 bekamen sie Informationen, wie sie die im dritten Jahr geforderten Praktika absolvieren können. Darunter waren auch Angebote aus Spanien, England oder der Türkei.

Etwas mit Tieren machen

"Die vorgestellten Einrichtungen inspirierten mich sehr", sagt Miriam. Neugierig auf Auslandserfahrung war sie auch deshalb, weil ihre Schwester Rebecca bereits ein Jahr als Austauschschülerin in den USA verbracht hat. Den Ausschlag für Andalusien gab vor allem ein Grund: "Diese Partnereinrichtung in Spanien war die einzige, die etwas mit Tieren macht. Hier kann ich mein Hobby und meinen Beruf vereinen und herausfinden, wie ich mit dieser Kombi zurechtkomme und mir die Arbeit noch mehr Spaß macht."

Miriam ist begeisterte Reiterin seit ihrem sechsten Lebensjahr. Außerdem fand sie Spanien von der Kultur und der schönen Landschaft her interessant. Und sie wollte die Lebensweise dort kennenlernen.

Das Centro Nazareno bietet Pferdesport-Therapie an. Ihren Einsatz plant eine Gruppe von Fachleuten aus verschiedenen medizinischen Bereichen. Mit der Hilfe der Pferde stimulieren sie die Kommunikation und schulen grundlegende psychologische Prozesse wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Konzentration und Wahrnehmung.

Über den Dächern Sevillas

Täglich ab 15 Uhr helfen Miriam und Katja bei den therapeutischen Einheiten, kümmern sich um Pferde und Patienten und lernen dabei viel für ihre künftige Tätigkeit als Erzieherinnen. Während der sieben Wochen wohnen die beiden über den Dächern von Sevilla bei einer Spanierin. Die Therapieeinrichtung liegt eine gute Busstunde außerhalb. Mit ihrer Vermieterin unterhalten sich die beiden auf Englisch, und auch im Centro Nazareno beherrschen einige der Mitarbeiter diese Sprache sehr gut. Ansonsten behelfen sich die Mädchen mit Händen und Füßen. Vor allem bei den Kindern, die therapiert werden, helfen die spanischen Kollegen aus.

Im Sprachkurs zu Beginn des Praktikums hat Miriam vor allem einfache Fragen gelernt: "Wie man heißt, wo man herkommt, wie alt man ist. Diese Fragen mit den Antworten, die man dazu gibt, und Begrüßungen und Verabschiedungswörter wie Hola oder Buenas tardes. Aber der Kurs war trotzdem sehr hilfreich."

Shopping und Strand

Sevilla und die Umgebung haben die Mädchen schon näher kennengelernt. So die Plaza de Espana mit dem Parque de María Luisa, die weltberühmte Kathedrale mit dem hohen Glockenturm oder die älteste Brücke am Fluss, die Puente de Isabel II. Triana. Auch die Stierkampfarena haben sie sich angeschaut. Zwischendurch gingen sie Shoppen im Einkaufszentrum El Corte Ingles oder machten einen Ausflug zum Strand von Cadiz.

In zwei Wochen kommen die "spanischen" Praktikantinnen wieder zurück. Dann gilt es, Berichte zu schreiben und die Erfahrungen mit den Mitschülern in Bamberg zu teilen. Bereits jetzt sind sich Miriam und Katja einig, dass sie diese Wochen in Spanien weiterbringen werden.
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