Raiffeisenbank Auerbach-Freihung zieht bei Vertreterversammlung in Michelfeld eine positive ...
"Kreditquote höher als bei Großbanken"

Für eine runde Zahl an Arbeitsjahren ehrten Vorstand und Aufsichtsrat der Raiffeisenbank einige Beschäftigte. Bild: swt

Gut besucht war die Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Auerbach-Freihung am Dienstagabend im Schenksaal in Michelfeld. Die Genossenschaft zählt derzeit 6284 Mitglieder.

Aufsichtsratsvorsitzender Günter Müller freute sich über den Zulauf bei der Regionalbank. Sie trage Verantwortung für Privatkunden und mittelständische Firmen: "Dass es nicht soweit kommen muss wie in Südeuropa oder in England. Dort müssen Handwerker, Landwirte und Unternehmen damit rechnen, dass sie keine Kredite bekommen."

Starkes deutsches Modell

In diese Kerbe schlug auch Vorstandsvorsitzender Frank Eckart Kirchhof: "Warum schaut die EU nicht nach Deutschland, wo die Kreditfinanzierung funktioniert? Warum erkennen sie nicht die Stärken unseres Modells, obwohl wir uns in der Finanzmarktkrise behauptet haben und unser Kreditengagement stetig ausweiten?" Bei Volksbanken und Raiffeisenbanken machten Firmenkredite im Schnitt rund 30 Prozent der Bilanzsumme aus. Die vier privaten Großbanken in Deutschland erreichten nur rund 8 Prozent. Die Ertragsstärke der genossenschaftlichen Finanzgruppe spiegle sich auch in den sehr guten Rating-Einschätzungen von Standard & Poor's und Fitch wider.

Kurz streifte Kirchhof eine aktuelle Krise. Niemand glaube mehr ernsthaft, dass Griechenland seine Verbindlichkeiten jemals noch zurückführen könne. Die Wirtschaft dort brauche jedoch eine echte neue Chance, ihre Wettbewerbsfähigkeit wieder herzustellen. "Die Wiedereinführung der Drachme ist eine Chance. Damit wäre auch der Bevölkerung wieder eine Perspektive geboten", äußerte der Auerbacher Raiffeisenchef seine Sicht. Die negativen Auswirkungen des Grexit auf die Finanzmärkte und die Weltwirtschaft wären nur moderat und von kurzer Dauer.

Des einen Freud ...

Mehrmals senkte die Europäische Zentralbank 2014 den Leitzins, um die europäische Konjunktur zu beleben. Mittelständische Firmenkunden und Privatleute profitierten vom niedrigen Zinsniveau. Die Kehrseite der Medaille zeige sich in der Frage "Wohin mit dem Geld?", die sich im Moment viele Sparer stellten. Die Rendite klassischer Spareinlagen befindet sich auf einem historischen Tiefststand; ein Ende der Niedrigzinsphase sei nicht in Sicht. In der Folge lasse die Sparquote der Deutschen nach. 2014 legten sie noch neun Prozent des verfügbaren Einkommens auf die hohe Kante.

Zahlreiche Mitglieder wurden bei der Vertreterversammlung für 50 Jahre Treue geehrt. Ihre Urkunden werden ihnen in separaten Feierstunden in den jeweiligen Filialen ausgehändigt. Blumen und Urkunden gab es für langjährige Mitarbeiter. Maria Kohl ist 25 Jahre in Auerbach am Schalter tätig. Jeweils zehn Jahre sind Tanja Schwindl, Corinna Frank, Anastasia Höhler und Andre Zitzmann dabei.

Zwei Prozent Dividende

Turnusgemäß wurden Eva Birkmüller aus Weiherhammer und Reinhard Schenk aus Krottensee als Aufsichtsräte wiedergewählt. Die Versammlung entlastete Vorstand und Aufsichtsräte. Einstimmig billigte sie die Ausschüttung einer Dividende von zwei Prozent.

Für die Wahlen der Vertreter 2016 bildete die Genossenschaft einen Wahlausschuss. Ihm gehören Hans Kormann, Georg Hess (Auerbach), Sabine Kornweih (Neuhaus), Erwin Beyer (Michelfeld), Leonhard Ehras (Etzelwang) Rudolf Grimm (Neukirchen) Roland Braun (Weiherhammer), Karl-Heinz Kreiner (Kohlberg) und Harald Häusler (Freihung) an.
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