Urgestein des Bergbaus

Von 1955 bis 1977 arbeitete Fritz Raß untertage im Bergwerk Maffei; dann auf Leonie, bis auch diese Grube 1989 dichtmachte. Er wird nicht müde, die Erinnerung an diese große Auerbacher Tradition wach zu halten. Bild: swt

Groß ist er, immer noch kräftig. Arbeit und eine verschmitzte Fröhlichkeit zeichnen sein Gesicht. Ein Auerbacher Urgestein feiert seinen 80. Geburtstag: Fritz Raß aus Nitzlbuch, auch "Mister Bergbau" genannt, ist einer der letzten Knappen, die eine Tradition aufrechterhalten.

Geboren 1935 im Haus Nummer 25 in Nitzlbuch, wuchs der junge Fritz mit zwei Schwestern und einem Bruder auf. Bis zur 8. Klasse besuchte er die Volksschule in Auerbach. Bereits mit 14 begann für ihn das Arbeitsleben.

Eineinhalb Jahre half er beim benachbarten Landwirtschaftsanwesen Adelhardt mit. Danach ging es in die Sandgrube im heutigen gleichnamigen Ortsteil. Es folgte eine Zeit beim Straßenbau, bevor der 19-Jährige auf Maffei in die Grube einfuhr. Dort ist er heute noch fast täglich präsent als guter Geist des Museums und begehrter Helfer bei allen Arbeiten.

Von 1955 bis 1977 arbeitete er untertage im Bergwerk Maffei; danach noch bis zur Schließung 1989 auf Leonie. Das schwere Tagwerk und die unbeschreibliche Kameradschaft haben den "langen Kerl" geprägt. Wenn er auf Museumsführungen mit seiner dunklen und rauen Stimme erzählt, dann verstummen die Zuhörer und fühlen sich in die Zeit des Bergbaus versetzt.

Das Museum mit aufgebaut

Fritz Raß hat den Verfall des Bergwerks Maffei und dessen Wiederbelebung durch den Förderverein Maffeispiele miterlebt. Bereits vor Gründung 2002 haben er und seine Kumpel angefangen, das Museum Stück für Stück aufzubauen. In seiner Funktion als 2. Vorsitzender des Bergknappenvereins, die er 34 Jahre lang inne hatte, war er oft auf dem Gelände, trug Geräte zusammen, reparierte, mauerte und half schließlich auch mit, den ersten Schaustollen zu errichten. Auch die urige Knappenstube geht auf ihn und seine Kumpel zurück.

Im Jahr 2000 eröffnete dann das Museum; der Schaustollen wurde beim Bergfest in Betrieb genommen. Jeden Sonntag hielten er, Richard Reisner oder Hans Heberl Führungen, um die Erinnerung an die Bergbautradition wach zu halten. Unterstützt wurde Fritz Raß auch immer von seiner Frau Hilde, die akribisch über die Museumsbesuche Buch führt. Mit ihr hat er drei Kinder.

In den ersten Jahren wurden die Einnahmen mit der Stadt Auerbach abgerechnet. Dann wurde der Förderverein Maffeispiele gegründet, dessen Ehrenmitglied Raß mittlerweile ist. "Wenn es diesen Verein nicht geben würde, dann wäre Maffei schon lange nicht mehr", meint er. Maffeispiele, Bergwerksweihnacht, Instandhaltung, Bauarbeiten - es gibt nichts, wo Fritz Raß nicht dabei ist. Unendlich viele Stunden hat er auf dem Gelände verbracht.

Nicht nur auf Maffei aktiv

Große Freude hatte der Jubilar, als 2013 der neue Schaustollen eröffnet wurde, den er und seine Kameraden des Bergknappenvereins maßgeblich mitgestaltet haben. Die tonnenschwere Betonröhre wurde wie ein Originalstollen ausgebaut und mit funktionstüchtigen Gerätschaften aus dem Bergbau bestückt.

Eingebracht hat sich Fritz Raß aber auch an anderer Stelle, etwa bei der Sanierung der Dorfkapelle in Nitzlbuch, bei der Anlage des Weges durch das Naturschutzgebiet nach Degelsdorf oder der Wiederherstellung des Rodler-Marterls und der Pflege seines Umfelds. Auch an den Ruhebänken für Spaziergänger rund um Nitzlbuch legt er bei Bedarf Hand an. Im Fatima-Kindergarten half er mit, als es darum ging für die Jüngsten eine Spielebene zu bauen.

Zum Wiegenfest gratulieren nicht nur viele Vereine, sondern allen voran die Familie mit Ehefrau Hilde, den drei Kindern Gerhard, Hans-Jürgen und Gabriele sowie fünf Enkel und ein Urenkel.
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