Arbeitnehmer fordern fünf Prozent Lohnerhöhung
Warnstreik bei ZF

Mit wehenden Fahnen und Bannern traten die ZF-Angestellten bei ihrem Streik i für mehr Lohn ein. Bild: cs

Nach dem Warnstreik im Bayreuther Werk in der vergangenen Woche rollte gestern im Auerbacher Unternehmen ZF und Cherry GmbH mit dem Ablauf der Friedenspflicht die zweite Streikwelle der IG-Metall an. Von 550 Aufgerufenen der insgesamt Beschäftigten haben 510 aus allen Abteilungen, einschließlich der Azubis, teilgenommen. Sie stellten sich unterstützt von Böllerschüssen, hinter die Forderung der Gewerkschaft und demonstrierten innerhalb des Betriebsgeländes für fünf Prozent Entgelterhöhung.

"Das ist unsere Stärke am Standort Auerbach", freuten sich Betriebsratsvorsitzende Sonja Hahn und Verkaufsleiter Matthias Haindl über diese Solidarität. Man sei sehr stolz, dass die Arbeitnehmer in Auerbach so zahlreich und geschlossen für ihre Forderungen eintreten. "ZF Auerbach und Cherry haben gemeinsam die Arbeit eingestellt."

Dass ein vernünftiges Angebot unterbreitet wird, erwartet man von den Arbeitgebern, erklärte der 1. Bevollmächtigte der IG-Metall Amberg. Die Verschärfung hätten sich die Arbeitgeber zuzuschreiben. Ott warf den Verantwortlichen in ihrem Verhalten gespaltene Persönlichkeiten vor. "Vor der Tarifrunde der große Jammer über die wirtschaftliche Situation, wenn es aber um die Aktionäre geht, wird von Spitzenergebnissen gesprochen, wenn um die Tantiemen, ist das Geschäftsergebnis gar blendend und von der Rentenabsicherung in der Führungsetage können wir nur träumen."

Fakt sei, der Metall- und Elektrikbranche geht es bestens. "Es gibt keine wirtschaftlichen Argumente, um die geforderten fünf Prozent, die auch nicht übertrieben sind, abzuwehren. Wir haben langsam die Schnauze voll von der Rede, dass doch alles billiger wird." Erst in der dritten Verhandlungsrunde nach einem zunächst Null-Angebot und 0,9 Prozent Erhöhung für 12 Monate hätten sich die Arbeitgeber mit 2,1 Prozent für 24 Monate bereit erklärt. Von der Gewerkschaft wurde darauf mit der Ankündigung von Arbeitskampfmaßnahmen reagiert.

"Es geht mehr als nur um Geld", Ott prangerte mangelnden Respekt und Wertschätzung gegenüber den Arbeitnehmern an. Die IG-Metall werde kein zweites Mal aufrufen zu einem 2-stündigen Warnstreik, denn dann werde sich das ganze über 24-Stunden hinziehen.
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