Betriebsansiedlungsvertrag gelöst
Witron verzichtet auf Grundstück in Auerbach

Vorerst bleibt es brach liegen, das Areal Saaß, das als Industriegebiet ausgewiesen werden sollte. und an dem Witron Interesse zeigte.

Es war lange ein Option, dass sich im Industriegebiet Saaß mit der Firma Witron aus Parkstein ein großer Betrieb ansiedeln könnte. Das ist jetzt endgültig vom Tisch. Die Stadt Auerbach muss andernorts die Werbetrommel rühren.

Das Logistikunternehmen hat jetzt um Aufhebung des Betriebsansiedlungsvertrags mit der Stadt Auerbach gebeten. In einer nichtöffentlichen Sitzung kam der Stadtrat diesem Wunsch nach.

Ein Grundstück fehlt noch


Bürgermeister Joachim Neuß, der die Option von Witron nicht nur einmal gegenüber Nachfragen der Opposition im Stadtrat verteidigen musste, schätzte die Situation realistisch ein: "Damit musste man immer auch rechnen, insbesondere nachdem sich bei Witron in der Führungsspitze Änderungen ergeben haben. Zudem ist es so, dass wir die geplante Dimension der Ansiedlung bis zum heutigen Tage nicht hätten verwirklichen können, da ein Schlüsselgrundstück in der Mitte des Areals uns noch immer nicht gehört."

Das sei ein sensibler, weil privater Bereich. Neuß ließ so viel durchblicken, dass die Zwangsversteigerung laufe. Das Verfahren könne aber noch zwei Jahre dauern. Der Bürgermeister fügte hinzu: "Für Ansiedlungen, die nicht so großflächig wie Witron sind, ist aber genug Fläche verfügbar. Das heißt, wir können jederzeit Größenordnungen von zum Beispiel 50 000 Quadratmeter darstellen."

Zur Vorgeschichte: Am 3. Februar 2010 beauftragte der Stadtrat die Verwaltung, mit der Firma Witron Logistik und Informatik GmbH einen Betriebsansiedlungsvertrag im Gewerbegebiet Saaß abzuschließen. Unterschrieben wurde er am 26. März 2010. Er beinhaltete unter anderem die befristete Reservierung oder auch eine Kaufoption des Areals bis längstens 31. Dezember 2019.

Neue Entwicklungsziele


In einem Schreiben vom 26. Oktober dieses Jahres informierte Witron die Stadt jetzt, dass sich ihre Entwicklungsziele geändert hätten. Die Flächen im Industriegebiet Saaß spielten darin keine Rolle mehr. Die Firma schlug deshalb vor, den Betriebsansiedlungsvertrag einvernehmlich aufzuheben.

Rathauschef Joachim Neuß erklärte auf Nachfrage der SRZ, dass der Stadtrat die Argumentation des Unternehmens und die Sachlage verstanden habe. So sei der Bitte entsprochen worden, den Vertrag mit Witron zu lösen. "Gefreut hat sich natürlich niemand", kommentierte Neuß und fügte hinzu: "Ich bitte um Verständnis, dass ich die Abstimmungsergebnisse aus nichtöffentlicher Sitzung nicht nennen kann."

Die Frage stellt sich nun, was geschieht mit der Saaß? "Selbstverständlich werden wir das Areal jetzt auf den Markt bringen und aktiv bewerben. Aktuell gibt es keine Interessenten, die sich unmittelbar für eine Ansiedlung interessieren. Es gibt das eine oder andere Gespräch, es gibt Kontakte - aber die sind eher mittelfristig zu sehen", antwortet Neuß.

Witron gibt Stellungnahme abAls Begründung für die Vertragsaufhebung nennt Witron geänderte Ziele in der strategischen Entwicklung des Unternehmens. Dies bestätigte die Abteilung Marketing von Witron auf Anfrage der SRZ.

Firmensprecher Thomas Gajewski dazu: "Wir bestätigen die Aufhebung des Betriebsansiedlungsvertrags mit der Stadt Auerbach. Wir haben die offiziellen Stellen darüber informiert und der Stadt unsere Begründung mitgeteilt. Grundlage für die Entscheidung ist unsere strategische Ausrichtung, welche sich primär an Kunden, Geschäftsfeldern und Märkten orientiert, in denen wir unterwegs sind. Mit unserer Entscheidung haben wir Entwicklungen beziehungsweise Veränderungen in den strategischen Bereichen Rechnung getragen."

"Unser Dank gilt der Verwaltung der Stadt Auerbach und Bürgermeister Joachim Neuß für die professionelle Kooperation und vertrauensvolle Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Wir wünschen für die weitere Entwicklung des Industriegebiets Saaß viel Erfolg", heißt es aus dem Hause Witron abschließend. (swt)
Aktuell gibt es keine Interessenten, die sich unmittelbar für eine Ansiedlung interessieren. Es gibt das eine oder andere Gespräch, es gibt Kontakte - aber die sind eher mittelfristig zu sehen.Bürgermeister Joachim Neuß
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