Ersatzahlung für Windkraft
Das Geld bleibt im Landkreis

"Diese Mittel werden für Maßnahmen des Naturschutzes im Landkreis Neustadt an der Waldnaab verwendet." Zitat: Claudia Prößl

Bekommen Landesbund für Vogelschutz und Bund Naturschutz tatsächlich pro Windradstandort 60 000 Euro, wie ein Sprecher der Interessengemeinschaft Hagenohe gegenüber der AZ erklärte? Nein, aber Informationen aus den Landratsämtern legen nahe, wo die Zahl herkommt.

/Kirchenthumbach. Knapp 60 000 Euro mussten nämlich für die Windkraftanlage bei Neuzirkendorf (Gemeinde Kirchenthumbach, Kreis Neustadt/WN), gegen die sich die immissionsschutzrechtliche Nachbarklage der Interessengemeinschaft Hagenohe, Ranzenthal und Umgebung richtet, als Ersatzzahlung an den Bayerischen Naturschutzfonds in München geleistet werden. Ganz genau waren es 59 700 Euro, wie Claudia Prößl, die Pressesprecherin des Landkreises Neustadt/WN, auf AZ-Nachfrage mitteilt. Diese Summe legte der immissionsschutzrechtliche Bescheid vom 31. März 2015 fest, mit dem das Landratsamt die Windkraftanlage genehmigte.

Hintergrund ist, dass in Bayern die gesetzlichen Regelungen zu Windkraftanlagen vorsehen, dass für Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes durch den Bau, die nicht durch Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen kompensiert werden können, der Verursacher Ersatz in Geld zu leisten hat - an den Bayerischen Naturschutzfonds, nicht an LBV oder BN.

"Die Ersatzzahlungen sind im Bereich der räumlich betroffenen unteren Naturschutzbehörde nach deren näherer Bestimmung für Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege zu verwenden", heißt es im Windenergie-Erlass. Die Mittel würden also für Maßnahmen des Naturschutzes im Landkreis Neustadt/WN verwendet, macht Claudia Prößl deutlich. "Das Landratsamt kann bei entsprechenden Maßnahmen die Mittel vom Naturschutzfonds anfordern."

Analog stehen die Ersatzzahlungen für die 25 Windräder, die in Amberg-Sulzbach Strom liefern, für Projekte im hiesigen Landkreis zur Verfügung, wie Landratsamts-Pressesprecherin Christine Hollederer bestätigt. "Sie werden beispielsweise für den Ankauf und die Aufwertung von naturschutzfachlich wertvollen Grundstücken aufgewendet."

Miteinander 120 000 Euro


Wie hoch die Ersatzzahlungen für die einzelnen Windräder im Landkreis waren, kann Christine Hollederer nicht für alle Fälle sagen, sie weiß es aber für die beiden Windkraftanlagen auf dem Gebiet der Stadt Auerbach, die ebenfalls sehr nahe an Hagenohe liegen: Es waren miteinander rund 120 000 Euro.

Diese Mittel werden für Maßnahmen des Naturschutzes im Landkreis Neustadt an der Waldnaab verwendet.Claudia Prößl
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