Landwirtschaftsminister Helmut Brunner besichtigt Baufortschritt in Hagenohe
Antwort auf die Flut von 2009

Insgesamt 34 Rückhaltebecken sollen Hagenohe in Zukunft vor Überschwemmungen schützen, wie sie der Ort 2009 erlebte. Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (im Hintergrund, Zweiter von rechts) schaute sich am Freitag unter anderem dieses Regenrückhaltebecken an. Bild: sck

Nur wenige Tage nach der Bauabnahme besichtigte am Freitag der bayerische Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner, den Fortschritt des Projekts "boden:ständig".

Verantwortliche der beteiligten Ämter und Behörden, Grundstückseigentümer und Landwirte sowie Bürgermeister Joachim Neuß erwarteten das Mitglied der Staatsregierung im Auerbacher Ortsteil Hagenohe.

Erste Gespräche begannen 2013. Sie mündeten 2015 in die Gründung der Teilnehmergemeinschaft Hagenohe-Ranzenthal für die Dorferneuerung. Besonderes Augenmerk lag von Anfang an darauf, die Erosion zu vermindern und den Hochwasserschutz zu verbessern. Bei einer 85-prozentigen Förderung des Freistaats Bayern blieben noch 15 Prozent der Kosten bei der Stadt Auerbach. Diese Mittel habe der eigene Haushalt hergegeben; sie mussten nicht auf die Bürger umgelegt werden, betonte Neuß.

Staatsminister Brunner lobte das mittlerweile preisgekrönte Wasserrückhalte-Konzept von Hagenohe, das über die Region hinaus bekannt geworden sei. Er sah eine beeindruckende Zusammenarbeit von Bürgern, Kommunen und Fachbehörden. Die Initiative "boden:ständig" biete dazu Hilfe an.

Angesichts des Klimawandels mit langen Trockenzeiten und zunehmenden Starkregenereignissen drohten einerseits ausgetrocknete Felder, braune Wiesen und Wasserknappheit, andererseits aber auch ungebremster Wasserabfluss, Bodenerosion und Überschwemmungen. Eine solche habe Hagenohe 2009 erlebt. Innovative Antworten waren gefragt, um das Wasser in Landschaft und Boden zu halten. Im Schulterschluss über Verwaltungsgrenzen sei dem Boden- und Gewässerschutz Rechnung getragen worden. Die Bevölkerung habe Sensibilität für die Problematik gezeigt.

Bürgermeister Neuß wie auch Andreas Schmidt, der Vorstandsvorsitzende der Teilnehmergemeinschaft Hagenohe 2, anerkannten das herausragende Engagement von Ortssprecher Martin Schleicher dabei. Die Flurneuordnung des gut 268 Hektar umfassenden Gebiets plante der Landschaftsarchitekt Wolfgang Fetsch. Es entstanden Regenrückhaltemulden, Dämme, erhöhte Wege mit Dammwirkung und Grabensysteme. Insgesamt sind es 34 Rückhalteelemente, die mit 1,9 Millionen Euro an Kosten zu Buche stehen.

Gemeinsam mit den Landwirten nahm der Staatsminister auf dem Weg durch die Flur einige Elemente in Augenschein. Brunner verwies dabei darauf, dass der Doppelhaushalt 2017/2018 für die ländliche Entwicklung 216 Millionen Euro mehr bereitstellt. Auch die Zahl der 18 Wasserberater werde verdoppelt.
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