SPD mahnt, gemeinsame Erfolge nicht als Eigenleistung zu verkaufen
Warnung an die Freien Wähler

Seltene Auszeichnung: Von links 3. Bürgermeister Norbert Gradl, der für 60-jährige Treue zur SPD geehrte Manfred Rothenburg, der Kreisvorsitzende Uwe Bergmann und Ortsverbandsvorsitzender Günter Sertl. Bild: sck

Knatsch gibt es nicht nur in großen Koalitionen. Auch in der Zusammenarbeit zweier Fraktionen im Auerbacher Stadtrat knirscht es. Bei der SPD sieht sich 3. Bürgermeister Norbert Gradl gezwungen, den Freien Wählern einmal die Leviten zu lesen.

Die Wahl ihrer Vertreter in der Bundestags-Wahlkreiskonferenz stand am Montag auf der Tagesordnung der Auerbacher Sozialdemokraten. Bei einer Mitgliederversammlung im Bistro Wittmann befassten sie sich auch mit kommunalpolitischen Fragen und nahmen eine seltene Ehrung vor.

Bergmann stellt sich vor


Dazu kam als Gastredner der SPD-Kreisvorsitzende Uwe Bergmann in die Bergstadt. Mitte November vergangenen Jahres war der 44-jährige Vize-Bürgermeister von Schnaittenbach mit 100 Prozent der Stimmen in dieses Amt gewählt worden. Er trat die Nachfolge des Landtagsabgeordneten Reinhold Strobl an, der den Kreisverband seit 1984 geführt hatte.

In seinem Grußwort kritisierte Bergmann die fehlende Steuergerechtigkeit und eine CSU, die sich in ihrer Wortwahl immer mehr dem AfD-Jargon anpasse. Er würdigte das gute Zusammenspiel der SPD Auerbach mit dem Kreisverband, insbesondere im Bereich der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF).

60 Jahre in der SPD


Gemeinsam mit dem Ortsvereinsvorsitzenden Günter Sertl ehrte der Kreisvorsitzende dann Manfred Rothenburg für seine 60-jährige Treue zur SPD. Anschließend bekamen Günter Sertl, Rudolf Bradl und Gabi Ott den Auftrag, Auerbach in der Bundestags-Wahlkreiskonferenz zu vertreten. Ersatzdelegierte sind Angie Leißner und Günter Himmelhuber.

Aus der Stadtratsfraktion informierte Dr. Edmund Goß über Friedhofs- und Dorfsanierungsprojekte, die Erschließung des Festplatzes als Baugebiet und die Suche nach weiteren Baugrundstücken im nordöstlichen Bereich am Dornbach.

Im Vorfeld der Haushaltssitzung im Stadtrat plauderte Goß aus dem Finanzausschuss. Demnach komme die Stadt ohne neue Kredite aus und baue weiter Schulden ab. Der städtische Kindergarten, der als letzter auf seine Sanierung wartet, werde auf Vordermann gebracht.

Vorgesehen sei, die Gemeindeverbindungsstraße Gunzendorf-Penzenreuth zu verbessern. Weitere Projekte dieser Art sollen in eine Planung für die nächsten sieben Jahre eingearbeitet werden. Dafür strebe die SPD eine gemeinsame Linie mit den Freien Wählern an.

Stellvertretender Bürgermeister Norbert Gradl nahm dieses Stichwort auf, um kritische Anmerkungen loszuwerden. Er beklagte den "mangelnden Respekt der Freien Wähler vor der gemeinsamen Leistung". Zuletzt hätten sie immer mehr versucht, zusammen erreichte Erfolge als Eigenleistung zu propagieren. "Es ist leicht, sich mit fremden Federn zu schmücken. Fliegen aber kann man mit ihnen nicht", mahnte Gradl. Er warb für eine Partnerschaft zwischen SPD und Freien Wählern in gegenseitigem Respekt auf Augenhöhe.

Es ist leicht, sich mit fremden Federn zu schmücken. Fliegen aber kann man mit ihnen nicht.3. Bürgermeister Norbert Gradl
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