Ungewöhnliches Übergangsquartier für die Stadtverwaltung
Rathaus bucht das Ex-Hotel

Noch schmücken die goldenen Löwen die Eingangstür des verwaisten Hotels. Demnächst zieht vorübergehend die Stadtverwaltung ein. Während der Sanierung des Rathauses bekommt sie hier ein Ausweichquartier. Bild: swt

Die wohl bemerkenswerteste Entscheidung des Stadtrates in der vergangenen Woche war der Kauf des insolventen Hotels Goldener Löwe in Auerbach. Für über 400 000 Euro erwirbt die Stadt das Gebäude, um darin im nächsten Jahr übergangsweise die Verwaltung unterzubringen, während das Rathaus saniert wird.

"Der Notarvertrag ist unterschrieben, der Kaufpreis fließt in diesen Tagen, wir sind bereits im Besitz der Schlüssel," erklärte Rathauschef Joachim Neuß auf Anfrage der SRZ.

Leitungen verlegen


Die Räume sind von der Raumstruktur her beziehbar, es müssen keine Wände verändert werden. Allerdings sind die Zimmer nicht im modernsten Zustand, so dass Böden erneuert oder Wände gestrichen werden müssen. Außerdem muss die Stadt eine sogenannte Daten-Infrastruktur aufbauen, das heißt es müssen Leitungen verlegt werden, um Computer, Telefonanlagen und Ähnliches anzuschließen. Dies könne aber als Aufputz erfolgen, erklärt der Rathauschef, da das Gebäude hinterher ja saniert werden soll.

Belegt werden im Vorderhaus, zum Unteren Markt hin, das Erdgeschoss sowie der erste und zweite Stock. Aus Feuerschutzgründen kann das Hinterhaus nicht genutzt werden, da ein zweiter Rettungsweg fehlt. Dieser Rettungsweg kann im Vorderhaus durch Leitern dargestellt werden.

"Derzeit wird auch geprüft, was mit dem Inventar geschieht. Dieses hat auch schon einige Jahre auf dem Buckel. Wir werden von Versteigerungshäusern prüfen lassen, ob sich eine Auktion lohnt. Falls dies in Aussicht gestellt wird, würden wir versuchen, über eine öffentliche Versteigerung möglichst viel zu verwerten. Sollten hierfür keine Erfolgsaussichten bestehen, bleibt nur der Restmüll-Container", so Neuß weiter.

Gebäude ertüchtigen


Spätestens Mitte 2017 rechnet die Stadt mit dem Umzug ihrer Mitarbeiter. Es ginge jetzt darum, dass die Nutzung des Ausweichquartiers strukturell und baulich geplant wird. Danach gelte es, diese Planungen umzusetzen und das Gebäude entsprechend zu ertüchtigen.

Geplant seien voraussichtlich 18 bis 24 Monate, in denen der "Ruder" als Zwischenquartier für die Verwaltung genutzt wird. In der Zwischenzeit werde das historische Rathaus grundlegend saniert und barrierefrei umgebaut. Wenn die städtischen Bediensteten dann wieder umziehen, wird für den Goldenen Löwen ein Investor oder sogar ein Betreiber gesucht, damit dieses wieder als Hotel genutzt werden kann.

"Grundsätzlich gibt es Interessenten für das traditionsreiche Haus", erklärt das Stadtoberhaupt. "Wir haben verschiedene Gespräche geführt und führen diese auch weiter. Einen Interessenten, der bereits einen Bauplan mit Finanzierung besitzt und bereit ist, einen Vertrag zu unterschreiben, gibt es natürlich noch nicht."

Zur Miete anbieten


Das Schenklschulhaus war ebenso einmal im Gespräch als Übergangslösung, Mietern wurde zwecks Eigenbedarfs gekündigt. Was passiert mit den Räumen dort, wollte die SRZ noch wissen. "Selbstverständlich werden diese Räume jetzt wieder zur Miete angeboten." So die Antwort aus dem Rathaus.
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