Handball
Noch eine Rechnung offen

Mit dem Auswärtsspiel beim HSC Bad Neustadt verabschieden sich die Drittliga-Handballer des SV 08 Auerbach in die ersehnte Weihnachtspause. An das erste Duell mit den Unterfranken in dieser Saison haben sie allerdings nicht die besten Erinnerungen.

Das letzte Spiel in diesem Jahr ist das erste der Rückrunde in der 3. Liga Ost. Dabei tritt der SV 08 Auerbach am Samstag, 19. Dezember, im bayerischen Derby beim Tabellenfünften HSC Bad Neustadt an. Anpfiff in der Bürgermeister-Goebels-Halle ist um 19.30 Uhr. Die Gäste wollen sich für die in der zweiten Hälfte schwachen Leistung gegen Großwallstadt rehabilitieren, zudem ist aus dem ersten Saisonspiel noch eine Rechnung offen, als die Auerbacher eine 15:8-Pausenführung und den sicher geglaubten Sieg aus der Hand gaben (20:23).

Bei den Saalestädtern lief nach dem Sieg in Auerbach so einiges nicht mehr nach Plan: Lukas Böhm verletzte sich bei der Niederlage in Halle (27:30) schwer (doppelter Bänderriss mit knöchernem Ausriss am Sprunggelenk) und fällt noch längere Zeit aus. Nicht mehr dabei ist zudem der Serbe Goran Djuricin (29), der aus "disziplinarischen Gründen" vom Verein suspendiert wurde.

Drei Niederlagen in Folge


Am vergangenen Wochenende kassierte der HSC Bad Neustadt gegen den TuS Fürstenfeldbruck die dritte Niederlage in Folge. "Man hat den Spielern in der letzten Viertelstunde schon die Verunsicherung nach den letzten Misserfolgen angemerkt", sagte Trainer Margots Valkovskis, der sich aber kämpferisch zeigte: "Wir haben uns auf der Heimfahrt schon auf einen Heimsieg gegen Auerbach eingeschworen."

Mit Blick auf die Statistik ist dieses Selbstvertrauen durchaus gerechtfertigt: Zum einen belegen die Unterfranken Platz fünf in der Heimtabelle, zum anderen holten die Auerbacher in fünf Spielen gegen den HSC lediglich einen Punkt - und den in der heimischen Helmut-Ott-Halle. Außerdem haben die Bad Neustädter mit durchschnittlich fast 29 Treffern pro Spiel den viertbesten Angriff der Staffel. Besonders torgefährlich ist Rechtsaußen Jan Wicklein (98/30 Tore). Daneben sollten die Oberpfälzer ihr Augenmerk auf den Rückraum ausrichten. Vor allem die variabel agierenden Leskovec (58 Tore) und Hines (55 Tore), aber auch die beiden Spielmacher Maximilian Schmitt (45 Tore) und Falk Kolodziej (57) tragen sich regelmäßig in die Torschützenliste ein.

Im linken Rückraum steht mit Konstantin Singwald (21) ein ebenso junger, wie talentierter Werfer, der seine 1,98 Meter Körpergröße einzusetzen weiß. Noch besser versteht dies Kreisläufer Franziskus Gerr, der mit seinen 1,96 Metern zu den größeren Spielern auf dieser Position gehört. Zudem bevorzugt er einen körperbetonten Einsatz, der ihm bisher neben 45 Toren auch die viertmeisten Strafzeiten der Staffel einbrachte. Nach drei Vizemeisterschaften (2012 bis 2014) und dem nach eigener Aussage enttäuschenden Platz neun in der vergangenen Saison können und wollen sich Valkovskis und seine Truppe keine vierte Niederlage am Stück leisten. Vor allem bei den erfolgsverwöhnten Fans ist daher Wiedergutmachung angesagt, was die Aufgabe für das Team um Tobias Wannenmacher besonders schwer, aber auch besonders reizvoll macht.

Verbesserungsbedarf vorne


"Unser Hauptziel muss eine deutliche Verbesserung im Angriff sein", gab Wannenmacher vor. "Wir haben das Spiel in Großwallstadt eindeutig in der Offensive verloren, die Abwehr war bis auf vielleicht die letzten zehn Minuten durchaus stabil." Mit 28 Gegentreffern pro Spiel liegen die Saalestädter im hinteren Drittel der Tabelle. "Unser größter Vorteil ist, dass wir nicht gewinnen müssen", so Wannenmacher, "auch wenn es natürlich ein riesiger Schritt für uns wäre".

SV 08 Auerbach: Tor: Bayerschmidt, Goebel. Feld: Tannenberger, Weiss, Neuß, Klima, Lux, Laugner, Wannenmacher, Büttner, Schramm, Müller, Wolf, Schöttner.
Unser größter Vorteil ist, dass wir nicht gewinnen müssen.Tobias Wannenmacher, Spielertrainer des SV 08 Auerbach
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