Hauptversammlung in Auerbach
JFG steht kurz vor der Auflösung

Den Vorstand der JFG Auerbacher Land mit (von links) Richard Schleicher, Harald Schmiedl, Matthias Regn und Doris Ehler wird es in absehbarer Zeit nicht mehr geben, da er sich am Sonntag bei der Jahreshauptversammlung komplett nicht mehr zur Wahl stellte und (noch) keine Nachfolger gefunden worden sind. Bild: obl

Die Jahreshauptversammlung der JFG Auerbacher Land endete am Sonntagabend nach rund eineinviertel Stunden im Sportheim des SV 08 Auerbach an der Degelsdorfer Straße mit Wehmut, aber auch mit einer allgemein positiven Perspektive.

Den Zusammenschluss der vier Vereine SV 08 Auerbach, ASV Michelfeld, SC Glück-Auf Auerbach und FC Troschenreuth im Fußball-Großfeldbereich (A- bis D-Junioren) wird es in der kommenden Saison voraussichtlich nicht mehr geben. Am 15. April 2003 unterzeichneten der damalige ASV Auerbach (fusionierte 2008 mit dem SV Rot-Weiß Welluck zum SV 08 Auerbach) und der SC Glückauf Auerbach eine entsprechende Vereinbarung. Der ASV Michelfeld (2009) und der FC Troschenreuth (2010) kamen einige Jahre später hinzu.

Da Matthias Regn (Vorsitzender Verwaltung), Richard Schleicher (Vorsitzender Sport) und Harald Schmiedl (Vorsitzender Finanzen) sich nicht mehr zur Wahl stellen und die Nachfolge-Suche bisher erfolglos war, muss gemäß Vereinssatzung eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden. In der Verwaltungssitzung im Dezember wird der Interims-Vorstand einen Termin mit einem Tagesordnungspunkt für Ende Januar/Anfang Februar festlegen. Falls bis dahin kein neues Vorstands-Trio gefunden wird, haben die vier Stammvereine schon eine Lösung parat, die da heißt Spielgemeinschaft (SG). "Es gibt einen B-Plan, der eigentlich der A-Plan ist und der positiv vermittelt werden wird", meinte der zum Wahlleiter auserkorene Bürgermeister Joachim Neuß, für den die JFG immer eine "Erfolgsgeschichte" war. "An die SG im Kleinfeldbereich kann man andocken. Mir ist nicht bange, dass es weiter geht mit Jugendfußball in Auerbach. Die Betreuung der Kinder und das Fußballerische sind es wert, gefördert zu werden. Diesen sportlichen Weg unterstützt die Stadt Auerbach. Es war bisher eine wunderbare Phase und Ära im Fußball in Auerbach."

Der Vorsitzende des SV 08 Auerbach, Uwe Ditz, erklärte im Namen der vier Stammvereine, die sich über die Vorgehensweise abgestimmt haben, den Entscheidungsprozess: "Der liebste Weg wäre uns, Nachfolger zu finden. Plan B ist, die JFG zu Ende zu bringen, und ein Neustart mit einer Spielgemeinschaft. Detailfragen sind noch nicht durchdiskutiert", so Ditz. Er appellierte ausdrücklich an die Eltern der 114 Spieler, dass sie eine gewisse Bringschuld haben. Denn Personal ist auch in einer SG notwendig. Die SG Auerbach im Kleinfeldbereich besteht seit Mai 2015 aus drei von vier JFG-Vereinen. Mit dem FC Troschenreuth (Stadtteil von Pegnitz) stehe man "in einem guten Dialog", was eine weitere Kooperation im Großfeldbereich betrifft.

JFG-Vorsitzender Verwaltung, Matthias Regn, dessen zwei Söhne inzwischen im Herrenbereich bei zwei unterschiedlichen Vereinen (ASV Pegnitz und SV 08 Auerbach) spielen, meinte abschließend: "Ich bin mir sicher, dass wir alles zu einem guten Ende bringen."

Sportliche BilanzVorsitzender Matthias Regn ließ die ereignisreiche Saison Revue passieren und bezeichnete die Abschlussfeier am 2. Juli an der Degelsdorfer Straße mit rund 100 Gästen als Höhepunkt. Regn bedankte sich bei den Sponsoren und auch bei den Platzwarten an den vier Spielstätten der Stammvereine.

Richard Schleicher betrachtete die laufende Saison nach einer Reihe von Verabschiedungen im Sommer, dem Abstieg von zwei Teams von der Kreisliga in die Kreisklasse und mit einem kleinen A-Junioren-Kader als "riesige Herausforderung".

Aktuell kümmern sich 15 Trainer beziehungsweise Betreuer in sechs Teams um 114 Spieler. Für alle Teams (die A- und B-Junioren stehen noch auf einem Abstiegsplatz in der Kreisliga) ist der Klassenerhalt möglich. Die D2-Mannschaft wird als voraussichtlich Zweiter ihrer Quali-Gruppe im Frühjahr in einer aufstiegsberechtigten Kreisgruppe spielen, informierte er.

Die D3 besteht zu rund 50 Prozent noch aus E-Junioren-Spielern, ist aber trotz fünf Niederlagen in sechs Spielen weiterhin motiviert bei der Sache. "Wir hoffen, die Ergebnisse in der Rückrunde positiver zu gestalten", meinte Schleicher teamübergreifend.

Das Manko, zu wenige Hallentrainingszeiten in Auerbach, versucht man nun dahingehend zu lösen, in einer Halle in Sulzbach-Rosenberg Kapazitäten zu nutzen. Fünf Pegnitzer Hallen seien leider ausgebucht, sagte Schleicher.

Derzeit laufen Passanträge für sieben afghanische Flüchtlinge (davon zwei im A-Junioren-Bereich) und auch der eine oder andere Rückkehrer von den vier Sommer-Abgängen aus der damaligen B-Junioren-Mannschaft sei im Gespräch. Richard Schleicher: "Da sich der Bestand an aktiven C-Junioren-Spielern wieder erhöht hat, ist es durchaus möglich, die kurz vor Saisonbeginn abgemeldete C2-Mannschaft für die Frühjahrsrunde 2017 wieder am Punktspielbetrieb teilnehmen zu lassen." (obl)
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