Würmer lassen Fußballer des ASV Michelfeld ins Abseits laufen
Untergrund gegen die Kicker

Ganze Arbeit haben die Würmer auf dem Hauptspielfeld des ASV Michelfeld geleistet. Die Haufen, die sie aufgeschoben haben, lassen das Geläuf für die Kicker in Verbindung mit der herrschenden Feuchtigkeit zu einem schmierigen Untergrund werden - fast wie mit Schmierseife bestrichen. Bild: ll
Sport
Auerbach in der Oberpfalz
15.11.2016
324
0

Bei den Fußballern des ASV Michelfeld läuft derzeit sportlich alles nach Plan. Das bestätigt auch Spielertrainer Ilker Caliskan angesichts des fünften Tabellenplatzes seines jungen Teams in der Kreisklasse Erlangen/Pegnitzgrund 3. Und dennoch ist beim Auerbacher Stadtteilverein im Augenblick der Wurm ganz tief drin.

Michelfeld. Allerdings nicht im Spiel der Kicker, sondern in deren Geläuf: Der A-Platz an der Langgräfe ist von unzähligen Würmern bevölkert. Und die leisten unterirdisch unübersehbar richtige Schwerstarbeit: tiefbraune Haufen an Haufen auf dem grünen Rasen. Sie sind Zeugnis für die Wühlerei im Untergrund, die letztlich am vergangenen Wochenende - in Verbindung mit der feuchten Witterung - zur Absage der Top-Kreisklassen-Partie zwischen dem heimischen ASV und den Gästen vom Neuling FC Wichsenstein (bei Gößweinstein) geführt hat.

Wie Schmierseife


Dass Maulwürfe oder Wühlmäuse schon gar manchen Platzwart zur Verzweiflung getrieben haben, davon können viele Fußballvereine ein sorgenvolles Lied singen: Erst die Haufen, dann Löcher im Boden und schließlich Bänderrisse oder gar Knöchelbrüche an wertvollen Kickerbeinen. Damit dies verhindert wird, haben schon etliche Verantwortliche für das gepflegte Grün reichlich Fantasie entwickelt, um solche Szenarien zu vermeiden.

Jetzt aber auch noch Würmer?! "Es ist stellenweise wie Schmierseife", verdeutlicht ASV-Sportvorstand Thomas Gsell. Deshalb hätten die Spiele der ersten und zweiten Mannschaft am Sonntag auch nicht unter regulären Bedingungen ablaufen können. Sie wurden am Sonntag kurzfristig gestrichen.

Alter Dünger


In puncto Ursachenforschung hat Platzpfleger Karl Merkl unterdessen eine plausibel klingende Erklärung parat: Aus verschiedenen Gründen habe sich heuer die Düngung der Spielfelder hinausgezögert. Deshalb seien die Arbeiten nicht früher verrichtet worden, sondern erst in den Herbst hinein. Dabei sei übrig gebliebener, alter Dünger gestreut worden.

Dies, in Verbindung mit der Verdichtung des Bodens - "wir haben jedes Jahr einmal gewalzt" - sei wohl Ansporn für die Würmer gewesen, verstärkt tätig zu werden. So sei es ihm zumindest vom Vertreter der Lieferfirma gesagt worden, verdeutlicht Merkl. Jetzt müsse man halt sehen, ob am nächsten Wochenende anstehende Partie zum Rückrundenstart gegen den Kreisligaabsteiger SV Gößweinstein eventuell auf dem B-Platz über die Bühne gehen kann.

Hoffnung stirbt zuletzt


Es ist das letzte reguläre Heimspiel in diesem Jahr. Danach wird man abwarten müssen, was die eigentlich ja nützliche Untergrundbewegung im Frühjahr 2017 so in petto hat. Vielleicht hält sich der Wühltrieb bis dahin wieder im normalen Bereich - das hoffen zumindest die Fußballer des Kreisklassisten aus Michelfeld.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.